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Mein Senf zu...

Meine Meinung. Nicht mehr. Nicht weniger.

Ich freue mich über positive oder negative Kritik. Falsche Fakten dürfen gerne korrigiert werden, ich lege keinen Wert auf "alternative Fakten".

...der Deutschen Triathlon Union

Hier ein langer 13-seitiger Brief, den ich allen Verantwortlichen des Leistungssports zum Saisonwechsel am 21. Oktober 2016 geschrieben habe. Ausser Dank für die Mühe, die ich mir gemacht habe, hat es daraufhin keine Reaktion gegeben. Auch nicht, als ich einzelne Themen nochmal angesprochen habe und zu einer Veränderung aufgerufen habe.

Athleten_Meinung_Schwetz.pdf

Und hier zum mittlerweile berüchtigten Rechtsstreit mit der DTU die Urteilsverkündung zu meiner Klage auf einstweilige Verfügung. Leider hat es sich der Richter etwas einfach gemacht und einfach alles was ich gesagt habe nicht geglaubt und alles was der DTU-Anwalt gesagt hat als Fakt hingenommen. Das Dokument ist leider im besten Jura-Deutsch geschrieben.

Zurueckweisung_einstweilige_Verfuegung.pdf

Die Athleten"vereinbarung", die Kaderathleten unterschreiben müssen, die nicht bei einem DTU-Trainer trainieren wollen.

Athletenvereinbarung_2017_Schwetz.pdf

...der Wahrnehmung des Sports in Deutschland

Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit

Ich bin mit der Zeit immer weniger angetan vom Fussball, der Sportart mit der grössten Öffentlichkeits-Wirkung in Deutschland. Früher habe ich mir tatsächlich noch die Spiele der Deutschen Nationalmannschaft bei grossen Turnieren angeschaut. Mittlerweile erkenne ich aber immer mehr die Langeweile in Fussballspielen. Zudem finde ich als Hochleistungssportler in einer Randsportart natürlich, dass Fussballer eine Aufmerksamkeit und Bezahlung geniessen, die der Leistung nicht angemessen ist. Ich muss mich also ganz klar auch der Eifersucht bezichtigen.

Warum bin ich eifersüchtig auf Fussballer?
Schon als Schwimmer bekam ich oft von Kollegen an einer Sportschule mit, wie sehr die Trainingsumfänge der Fussballer hinter denen der Ausdauersportler wie Schwimmern, Triathleten, Radfahrern oder Ruderern hinterher hängen. Sicherlich ist gerade der Triathlonsport durch seine wechselnde muskuläre Belastung dazu prädestiniert, besonders hohe Trainingsumfänge leisten zu können. Bei Triathleten sind Trainingsumfänge von bis zu 40h keine Seltenheit. Fussballer im Profibereich trainieren selten über 20h in der Woche. Ich denke nun, dass ein Fussballer, auch wenn er keine 40h an seiner Ausdauer trainieren muss, doch genug Dinge hat, die er in ähnlicher Zeit verbessern könnte. Auch für die technische Schulung gilt ja in den meisten Fällen "mehr hilft mehr". Für Profifussballer - und das geht ja bereits in der Dritten Liga los - gilt aber wohl eher, dass sie, wenn sie einmal auf dem gut bezahlten Niveau angekommen sind, dieses Privileg auch auskosten möchten. Es ist schon ein Luxusleben, weniger Zeit investieren zu müssen als jeder Berufstätige und dafür mehr Geld zu verdienen als das Mehr. Ich finde, wenn man aussergewöhnlich gut bezahlt wird, sollte man auch aussergewöhnliche Leistung bringen. Eben ist es meine Meinung, dass es viele Sportarten gibt - ich möchte mich da keineswegs auf Triathlon oder Ausdauersport beschränken - die durch ihre Leistung und ihren Trainingsaufwand, oft auch durch ihre Erfolge, den Fokus der Öffentlichkeit viel mehr verdient hätten. Ich möchte nur kurz beschreiben, was im Triathlon alltäglich ist: Aufstehen um 6 Uhr, drei Trainingseinheiten am Tag, bis zu 7h reines Training pro Tag, Training sieben Tage die Woche, Training 50 Wochen im Jahr, Training an Feiertagen inkl. Weihnachten, Silvester und Neujahr, etc.

Habe ich etwas gegen Fussball?
Nein! Ich spiele selbst auch mal gerne Fussball und freue mich über jedes Kind und jeden Erwachsenen, der anstatt zu hause zu sitzen, Sport treibt. Dabei ist mir Fussball genau so lieb wie Ballett oder Triathlon. Ich finde lediglich die Wahrnehmung und Berichterstattung über Fussball unverhältnismässig. Mein Traum wäre, dass auch zur besten Sendezeit wie zur samstäglichen Sportschau über andere Sportarten berichtet werden würde, die es mindestens genau so verdient hätten. Auch brauche ich zum Beispiel nicht vier Wochen vor der Fussball-WM schon Berichte, wer mit wem im WM-Quartier auf dem Zimmer ist oder was der Busfahrer zum Vorbereitungs-Trainingslager der Nationalmannschaft sagt.

Warum ist Fussball so beliebt?
Natürlich ist bei einer so tief in der Gesellschaft verwurzelten Sportart die Tradition der grösste Faktor. Seit jeher ist es eine der Volkssportarten, weil man nur einen Ball braucht und sofort vor dem Haus anfangen kann zu spielen. Folglich ist Fussball auch eine Sportart, die zum einen gesellig ist, aber auch jeden und überall fit halten kann. Wenn man nun in die Stadien schaut, bietet sich ein anderer Anblick. Bestimmt haben die meisten der Zuschauer einmal selbst Fussball gespielt, sei es im Verein oder privat mit Freunden. Das ist in der Gesellschaft einfach aufgrund der Statistik der Fussballvereine schon wahrscheinlich. Jedoch sind auch die wenigsten der erwachsenen Zuschauer noch selbst aktiv. Im Gegenteil könnte man den Eindruck gewinnen, dass je länger die Fans Stammgäste im Stadion sind, desto unsportlicher werden sie. Was bietet also der Fussball für diese Menschen? Meine Theorie ist, dass Fussball zum einen keine Anspruchsvolle Sportart zum Zuschauen ist. Es gibt immer wieder Phasen in denen der Ball hin und her geschoben wird, in denen man sich im Stadion auch ohne Probleme seinem Kollegen oder seinem Bier widmen kann. Die Grundregeln sind sehr einfach zu verstehen (das Runde muss ins Eckige) und jeder hat schon mal selbst den Ball gekickt. Dementsprechend kann man während des Spiel auch gut fachsimpeln, warum denn die Mannschaft alles falsch macht und warum sie nicht einfach besser spielt. Das eher gemächliche Tempo des Fussballs lässt so eine Nebenbeschäftigung zu. Wenn ich mir dynamischere Mannschaftssportarten wie Basketball oder Eishockey anschaue, würde es mir deutlich schwerer Fallen, die Aufmerksamkeit vom Spiel zu nehmen. Da passiert einfach in kurzen Zeiträumen viel mehr.
Nun kann man sagen, dass Ausdauersportarten wie Triathlon ja noch viel weniger Abwechslung und Spannung bieten. Es ist bestimmt so, dass die Dynamik eine viel gleichmässigere ist. Verschiebungen im Feld geschehen eher kontinuierlich. Für den Zuschauer ist es auch eher schwer zu beurteilen, warum der eine nun schneller schwimmt oder läuft als der andere. Wenn beim Fussball ein Fehlpass passiert, sieht man sofort, dass der entsprechende Spieler einfach in die falsche Richtung geschossen hat. Warum läuft aber nun der eine Triathlet langsamer als der andere. An der Technik ist das meist nicht zu sehen, die ist zumindest im Spitzenbereich sowieso bei allen sehr ausgereift. Und in den Körper des Athleten kann der Zuschauer nun nicht reinschauen um zu sehen wie viel Ausdauer er sich antrainiert hat. Es ist also also Zuschauer weniger nachvollziehbar, woher die Leistungsunterschiede kommen.
Für mich als Individualsportler bieten Einzelsportarten zum Zuschauen einen grossen Reiz, weil ich mir vorstellen kann, wie viel Training hinter den jeweiligen Leistungen steht. Die Couch-Potato hingegen kann, auch wenn sie selbst nicht aktiv ist, beim Fussball wenigstens kritisieren und bemängeln, denn Defizite sind meist offen sichtbar. Dementsprechend würde ich die Mehrheit der Zuschauer von Triathlons als Menschen beschreiben, die selbst das Gefühl des Trainingsfortschritts oder -rückschritts kennen und wissen, wie eine Ausdauerleistung zustande kommt.

Gibt es eine Hoffnung?
Haben nun andere Sportarten je eine Chance, ein Stück vom Kuchen des Fussballs abzubekommen? Am meisten wird dies ja durch die Medien bestimmt. Momentan sieht es eher danach aus, als ob sich der Fussball einfach noch mehr vom Kuchen nimmt und Randsportarten immer weiter in den medialen Hintergrund gedrängt werden. Selbstverständlich geht es dabei auch und vor allem um Einschaltquoten, die Fussball eindeutig dominiert. Jeder Privatsender wie Sport1 ist dementsprechend auch mehr als berechtigt dazu, den ganzen Tag lang die Highlights der vorletzten Drittliga-Saison zu zeigen. Dagegen unterstehen die öffentlichen Rundfunksender dem Bildungsauftrag, sollen also der Bevölkerung auch ein vielfältiges und ausgewogenes mediales Angebot zur Verfügung stellen. Die Frage ist nun, ob dies im Sportsektor mit der Konzentration auf eine Sportart gegeben ist. Meiner Meinung nach nicht.
Randsportarten wie der Triathlon schielen ja gar nicht auf die Primetime, sondern wären auch schon froh, wenn am Mittag oder Nachmittag mal eine halbe Stunde zu ihrer Sportart gebracht werden würde. Auch fünf oder zehn Minuten sind oft schon Gold Wert. Auch wenn man Fussballspiele vollumfänglich zeigen möchte, könnte man eventuell auf die halbstündige Vorberichterstattung, in der der Busfahrer der favorisierten Mannschaft interviewt wird, deutlich kürzen zugunsten anderer Sportarten. Auch gehört vielleicht die dritte nationale Fussballliga nicht in die sehr gute Sendezeit am Samstagabend, während wir viele Sportarten in Deutschland haben, in denen deutsche Sportler Weltmeister und Olympiasieger sind, denen jedoch keinerlei mediale Präsenz gestattet wird.
Das im Triathlon eine zweistündige olympische Distanz nicht immer ins Programm passt und gerade der Rad-Part zuweilen langweilig ist, ist klar. Trotzdem bieten gerade kürzere Distanzen wie die Sprintdistanz oder die Team-Staffel spannende und kurzweilige Unterhaltung. Selbst wenn das noch gekürzt und zusammengefasst im Fernsehen läuft, sind die meisten Triathlonfans und -athleten schon glücklich. Wir wollen ja (noch) gar nicht die Sendezeit zwischen 20 und 22 Uhr.

...Vegetarismus

Oft werde ich gefragt, warum ich mich vegetarisch ernähre. Gerade als Hochleistungssportler ist das ja nicht üblich. Häufig kommt die Frage auf: "Isst du aus Überzeugung kein Fleisch?". Diese Frage verstehe ich immer noch nicht. Natürlich bin ich davon überzeugt, es zwingt mich schliesslich niemand dazu.

Ich möchte die Gründe nennen, die mich zu einer fleisch- und fischlosen Ernährung bewegen:

  1. Massentierhaltung:
    Die Produktion von Fleisch und Fisch hat in der heutigen Zeit natürlich nichts mehr mit der traditionellen Tierhaltung von ein paar Tieren auf einem überschaubaren Bauernhof zu tun. Längst ist sie einer industriellen Massentierhaltung gewichen, um der steigenden Nachfrage nach Fleisch zu genügen. Die Massentierproduktion hat natürlich seinen Preis, wenn auch der Preis im Supermarkt sehr billig erscheinen mag.
    Tiere müssen innerhalb kürzester Zeit Gewicht zulegen um möglichst schnell das Schlachtgewicht zu erreichen. Dafür müssen sie mit speziellem Kraftfutter gefüttert werden. Das führt dazu, dass die Tiere oft so schnell wachsen, dass sie ihr eigenes Gewicht nicht tragen können und sich wegen Missbildungen im Bewegungsapparat nicht mehr bewegen können, machmal auch verenden.
    Um der Nachfrage entsprechend Tiere zu produzieren, müssen so viele Tiere wie möglich auf dem zur Verfügung stehenden Platz gehalten werden. Die Dichte der Tiere führt dazu, dass sich die Tiere gegenseitig verletzten und töten.
    Ich denke es steht nicht zur Debatte, das eine solche Haltung reinste Tierquälerei ist. Abgesehen davon, dass ich nie selbst ein Tier töten könnte, erzeugen die Bilder aus manchen Mastbetrieben von zusammengepferchten, verstümmelten und verendeten Tieren bei mir jedes mal wieder Gänsehaut.
  2. Gesundheit:
    Zu den oben genannten ethischen Gründen kommen noch physische Gründe hinzu. Die Haltung von vielen Tieren auf engstem Raum erfordert zu Eindämmung von Epidemien natürlich den massiven Einsatz von Medikamenten. Diese Medikamente gelangen durch das Fleisch in den Körper des Konsumenten. Gerade das Thema Antibiotikaresistenz wurde ja schon ofter thematisiert. Da ich selbst kein Freund von übermässiger Medikation.
    Das rasante Aufziehen mit Kraftfutter und die schnelle Schlachtung führt zu qualitativ minderqualitativen Muskeln der Tiere. Die Muskeln sind also eher aufgebläht als natürlich gewachsen.
    Fleisch wird im Verdauungstrakt des Menschen sehr langsam abgebaut und beansprucht diesen dadurch natürlich mehr als leichter abbaubare pflanzliche Produkte. Ich möchte meinen Magen und Darm gerne schonen und auch in 60 Jahren noch gesund Nahrung abbauen können.
    Seitdem ich kein Fleisch mehr esse, fühle ich mich eindeutig gesunder und vitaler. Auch bin ich signifikant seltener krank. Sicherlich kann das alles auch Einbildung sein, aber das spielt ja keine Rolle, solange es mir besser geht.
  3. Umwelt:
    Für die Fleischproduktion wird sehr viel Platz benötigt. Tiere benötigen Futter. Das Futter muss angebaut werden. Für den Futteranbau wird in Dritte-Welt Ländern Futtermais auf den knappen Flächen angebaut. Flächen, die man auch zum Anbau von Nahrung für die untererährte Bevölkerung nutzen könnte.
    Der Gasausstoss von Rindern belastet das Klima immens. Das Methangas, das bei der Verdauung entsteht, ist viermal schädlicher für die Atmosphäre als CO2-Gas. Ich möchte auch meinen Kindern noch eine heile Umwelt vererben.
  4. Fazit:
    Das wichtigste am ganzen ist natürlich, dass man Fleisch einfach nicht braucht. Und warum soll man die Nachteile des Fleischkonsums in Kauf nehmen, wenn es so viele leckere Gerichte aus Gemüse gibt.
    Ich versuche nicht, andere per-se zum kompletten Verzicht auf Fleisch zu bewegen. Ich will nur zu einem bewussten und verantwortungsvollen Genuss ermutigen, sich selbst und der Umwelt gegenüber.
  5. Links:
    Ein ausführlicher, humorvoller Bericht über die Vorteile des Vegetarismus findet sich hier: Youtube: "Der dumme Vegetarier"
    Tolle vegetarische Rezepte gibt es auf www.vegetarische-rezepte.com