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Weltcup Montreal

2016-08-07

Eigentlich eher aus nichtigen Gründen bin ich nach Kanada zum Weltcup gereist. Zum einen konnte ich den Flug günstig haben, da Lisa Sieburger leider gesundheitlich auf den Start verzichten musste. Zum anderen wollte ich das Rennen einfach mitnehmen um mich nicht im Nachhinein ärgern zu müssen, sollte es eine Spitzengruppe gegeben haben. Also bin ich mal schnell ohne viel Form nach Montreal gereist um ein paar Krümel abzugreifen, sollten die anderen welche verlieren. Den Jetlag so halbwegs überwunden, stand ich dann am Sonntag Abend 18 Uhr (24 Uhr MESZ) auf dem Pontoon. Das Wasser war mollig warm, genau wie die Luft. Es war mit rund 25°C Wasser- und Lufttemperatur sogar mild im Vergleich zu den vorangehenden Tagen. Beim Schwimmen habe ich mich sehr gut gefühlt und konnte mich gleich so an fünfter Position einreihen. Danach war das Schwimmen eigentlich unverschämt locker. Durch zwei kurze Zwischensprints konnte ich noch jeweils einen Athleten überholen und somit als dritter aus dem Hafenbecken steigen. Auf dem Rad wusste ich sofort, was ich zu tun hatte. Um eine möglichst kleine Spitzengruppe zu bilden, fuhr ich die ersten 3km am Anschlag, ohne zurückzuschauen. Und tatsächlich, das hohe Anfangstempo hat für einen Riss im Feld gesorgt. Und glücklicherweise für mich war sogar der beste Radfahrer und Renn-Favorit in der Gruppe. Obwohl wir als Gruppe nicht vollends harmonierten, hat die pure Kraft der willigen Athleten wohl ausgereicht um die zweite Gruppe deutlich zu distanzieren. Am Ende der 20km betrug der Vorsprung fast eine Minute. Nach einem guten Wechsel kam ich als dritter auf die Laufstrecke. Bereits an den Tagen zuvor hatte ich mit Bauchkrämpfen beim Training zu kämpfen. Vielleicht habe ich etwas am amerikanischen Essen nicht vertragen. Die sich anbahnenden Krämpfe habe ich bereits wieder beim Radfahren gespürt. Deswegen liess ich es erst mal ruhig angehen beim Laufen. Mir war eine solide Top10 Platzierung wichtiger als auf eine Podiumsplatzierung zu setzen und danach wegen zu krassen Krämpfen mit leeren Händen nach hause zu gehen. Ich lief also mein eigenes Tempo und konnte mich nach drei km gut stabilisieren. Zu dem Zeitpunkt war ich an fünfter Position. Die 10s zum 4. lief ich innerhalb eines Kilometers zu. Durch eine harte Tempoverschärfung konnte ich ihn schnell stehen lassen und das hohe Endtempo hätte fast noch dazu geführt, dass ich den zweiten und dritten eingeholt hätte. Die haben sich aber leider zeitig genug umgeschaut um mir nicht die Chance auf einen Endspurt zu geben. Mit meinem 4. Platz bin ich extrem zufrieden, bin ich doch mit der Erwartung angereist, eventuell eine Top15 abstauben zu können. Die Punkte für diese Platzierung haben mich schon mal wieder von Rang 170 auf 100 der Weltrangliste geschossen. Kann also so weitergehen!


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