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Bundesliga Münster

2017-07-23

Endlich konnte ich bei meinem ersten Wettkampf der Saison starten. Nach den etlichen Problemen mit dem Verband und auch einigen gesundheitlichen Unwegbarkeiten war die Vorfreude riesig, mich endlich wieder mit anderen Athleten messen zu dürfen. Ein besseres Format für den Wiedereinstieg als die Bundesliga hätte es nicht geben können.<\p>

Da ich nach Ende meiner mysteriösen Krankheit nur drei Wochen bis zum ersten Wettkampf hatte, war klar, dass dieser noch nicht voll vorbereitet werden konnte. So habe ich mich dann auch in der Woche vor dem Wettkampf noch gefühlt, kaputt von den zwei harten Wochen davor. Um schon einmal wieder das Gefühl des Kämpfens gegen den eigenen Körper zu simulieren, haben mein Trainer Dan Lorang und ich uns entschieden (vor allem ich wollte), am Donnerstag vor dem Bundesliga-Rennen noch einen 3000m-Lauf bei einem Leichtathletik-Meeting zu machen. Den konnte ich in einer guten Zeit von 8:47min absolvieren, obwohl ich eigentlich noch gar nicht die üblichen Tempoeinheiten gemacht hatte. Der Lauf führte zwar zu ein wenig Muskelkater in den Waden, aber am Renntag war er so gut wie weg.

Der Start zum Rennen erfolgte von einer Kunst-Installation im Münsterer Hafenbecken und das Schwimmen führte uns über eineinhalb Runden dicht vorbei an grossen Menschenmassen am Ufer. Ein würdiger Schauplatz für die höchste deutsche Triathlon-Liga. Beim Schwimmen bin ich nicht gut weggekommen, weil meine Muskeln noch relativ zäh waren. Da ich es ja zum Glück gewohnt bin vorneweg zu schwimmen, war die Situation inmitten vieler Arme und Spritzwasser nicht angenehm. Aber so geht es wohl jedem, der nicht schnell vorne raus schwimmen kann. Da ich noch nicht so ganz frisch war, bin ich dann mit dem Feld so mit geschwommen wie ich halt konnte. Angefühlt hat es sich, als ob ich an Position 40 geschwommen bin, es war aber doch so um die 20. Beim Ausstieg habe ich dann noch fünf Plätze verloren, da ich an der Rampe keinen Halt gefunden habe und dann die anderen Athleten einfach über mich gelaufen sind. Ich lag da nur so wie ein toter Fisch.

Der erste Wechsel war noch ungewohnt aber ohne grosse Probleme. Auf dem Rad hat sich dann schnell eine grosse Gruppe gebildet, was auf der äusserst unspektakulären Wendepunktstrecke zu erwarten war. Lediglich drei Athleten konnten sich beim Schwimmen bereits absetzen und die Fluch beim Radfahren fortsetzen. Das war lediglich schade, weil ich in guter Form normalerweise auch da vorne mitspielen können sollte. Aber soweit war ich noch nicht. Viel profitieren könnte ich von meinem neuen Benotti-Rad auf der langweiligen Strecke auch noch nicht. Nur an den Wendepunkten habe ich gespürt, wie gut die Schwalbe One Pro Tubeless Reifen auf der Strasse kleben und ich mit deutlich höherer Geschwindigkeit und kleineren Kurvenradien fahren konnte. Nach den Wendepunkten konnte ich zumindest kurz merken, wie geil ein so unverschämt leichtes Rad ist. Das ging nach vorne wie eine Rakete. Die Positionierung zum zweiten Wechsel gelang mir dann so mittelmässig und ich kam inmitten des 40-Mann grossen Feldes in die zweite Wechselzone.


Beim Laufen konnte ich dann von Position 25 nach und nach Athleten überholen. Erstaunlicherweise ging das Laufen doch am besten, obwohl ich gar nicht in dem Geschwindigkeitsbereich trainiert hatte. Nach vier von fünf Kilometern hatte ich mich dann auf Platz zwölf eingereiht, nach vorne ging nichts mehr. So musste ich nur noch einen Angriff auf dem letzten Metern abwehren.

Mit dem zwölften Platz bin ich für den ersten Wettkampf doch zufrieden. Mir war vorher schon bewusst, dass man nach acht Wochen Krankheit eben nicht so schnell wieder in Topform kommen kann. Aber dafür und nachdem ich mich die Woche durchweg zäh gefühlt hatte ist der zwölfte Platz wirklich eine ansehnliche Platzierung, insbesondere angesichts der guten Konkurrenz. Umso schöner war es, dass ich durch meine Platzierung massgeblich dazu beitragen konnte, dass unser Team einen sensationellen zweiten Platz hinter dem überragenden Team aus Buschhütten erzielen konnte. In der Gesamtwertung sind wir damit jetzt auch auf der zweiten Position. Ich werde jetzt noch mal kurz trainieren um dann in Tübingen in zwei Wochen meinen zweiten Einsatz in der Bundesliga zu haben, bevor es zum ersten wichtigen internationalen Wettkampf nach Mexiko zum Weltcup geht.


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