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Weltcup Salinas

2016-09-25

Zum ersten mal hat es mich nun auf den Südamerikanischen Kontinent verschlagen. Um nach Salinas am westlichsten Punkt Ecuadors zu kommen musste ich über Panama City nach Guayaquill, der grössten Stadt Ecuadors, fliegen. Von dort ging es dann noch für zwei Stunden mit dem Auto gen Westen. Das besondere dort ist, dass in Guayaquill ein extrem feuchtes, tropisches Klima herrscht, während es an der Küste total trocken ist. Das Phänomen wird durch den Humboldt-Strom erzeugt, der kaltes Wasser von der Antarktis transportiert. Dementsprechend war auch das Wasser nur 21°C warm, nicht das, was ich mir bei Ecuador/"Äquator" gedacht hatte.

Das Rennen ging gut los, indem ich mich schnell weit vorne beim Schwimmen platzieren konnte. Eigentlich hatte ich vorher mit den beiden russischen Polyanski-Brüdern abgesprochen, dass sie das Tempo beim Schwimmen sehr hoch halten wollen um dann mit einer Spitzen-Gruppe auf dem Rad wegzufahren. Leider war das Tempo überhaupt nicht hoch, es hat mich eher an ein zügiges Training erinnert. Also bin ich kurzerhand am Ende noch vorbei geschwommen und als erster dem Pazifik entstiegen.

Auf dem Rad habe ich dann nur kurz eine kleine Drei-Mann-Spitzengruppe angeführt, die aber, als ich die Führung mal abgeben wollte, sofort in sich zusammen gefallen ist. Dahinter lauerte mit nur 20m Abstand schon die grosse Meute, so dass schnell alles zusammen gefahren ist. Resultiert ist daraus ein Riesen Rumgebummel, das nur durch die unverhältnismässig schlechte Piste zum Nervenkitzel wurde.


Also alle Mann zusammen zum zweiten Wechsel. Mit einem guten Wechsel konnte ich mich gleich in der ca. 10-köpfigen Spitzengruppe festsetzen. Das hat mich schon mal sehr gefreut, denn da waren nur Hochkaräter in der Gruppe. Nach ca. 2km habe ich aber schon gemerkt, dass es Schritt für Schritt ein kleines Bisschen schwerer wird. Als dann der Athlet vor mir langsam abreissen lassen musste, hatte ich auch nicht die Kraft an ihm vorbeizugehen. Wenn man dann erstmal weg ist von der Spitzengruppe, wird der Rückstand natürlich erstmal schnell grösser, sodass noch ein paar Athleten zu mir aufschliessen konnten und sich eine vierköpfige Verfolgergruppe bildete. Aus der Gruppe haben meine Beine dann am Ende auch nur zum letzten Platz gereicht, was gesamt den zwölften Platz bedeutet.

Zuerst einmal muss ich sagen, dass ich sehr zufrieden bin, wie sich meine Leistung verbessert hat in den letzten Monaten. Dafür habe ich auch hart gearbeitet. Wenn dann keiner Lust hat, zu schwimmen und Rad zu fahren, kann ich auch nichts dafür. Beim Laufen hat mir vielleicht auch noch ein bisschen das Selbstvertrauen gefehlt, ein noch höheres Tempo zu riskieren. Schliesslich bin ich dieses Jahr mit Abstand noch nicht so schnell gelaufen. Für die letzten beiden Wettkämpfe weiss ich aber nun, dass ich mich nicht zu verstecken brauche und es mal riskieren kann, an einer Gruppe dranzubleiben, auch wenn es wehtut.

Jetzt stehen noch zwei harte Trainingswochen an, in denen wir mal etwas anderes Training ausprobieren werden, bevor es dann in vier Wochen auf meinen Asien-Trip geht.


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