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Archiv

2016-10-22

Weltcup Tongyeong

Zum ersten mal ging es für mich nach Asien. Als erste Station stand für mich der traditionelle Weltcup in Tongyeong im Süden Südkoreas auf dem Programm. Über Tokyo und Busan ging es über zwei Tage gen Osten. Zum Glück können mir lange Reisen und Zeitumstellung nicht so viel anhaben. Topfit ging es also in den Wettkampf.

Das Wasser hat sich kurz vor dem Rennen noch schnell auf 20,2°C erwärmt, sodass wir ohne Neopren schwimmen durften. Nach einem tollen Start konnte ich mich sehr schnell an die Füsse eines tollen Schwimmers heften und mich komplett aus allen Scharmützeln raushalten. In der Reihenfolge sind wir dann auch bis zum Ausstieg geschwommen. Diesmal war es aber echt schnell, sodass ich sogar fast die Füsse des Australiers verloren hätte.

Nach einem gewohnt schnellen Wechsel und dem Sprung aufs Rad ging es für mich wie immer volle Kanne los. Ich wollte möglichst eine kleine Spitzengruppe formen. Zuerst waren wir zu dritt, mit einer grösseren Gruppe dahinter. Da die anderen beiden nicht ganz so gute Beine hatten und wir nicht perfekt harmoniert haben, wurden wir nach ca. 2,5km schon eingeholt und eine ca. 27 Mann grosse Spitzengruppe bildete sich. Leider waren da dann schon viel zu viele von denen dabei, die bei Weltcups gut sind, weil sie sich gerne auf dem Rad ausruhen und schnell laufen können, die aber auf WM-Niveau oft keine Chance haben. Eine Zeit lang habe ich es noch versucht, alle zu motivieren, homogen zusammen zu arbeiten, aber die meisten haben sich einfach am Ende des Feldes ausgeruht so dass wir vorne nur mit ca. fünf Leuten unrhythmisch das Tempo machten. Das war zwar sehr hart, aber immerhin hatten wir noch das Ziel, eine Verfolgergruppe mit noch mehr schnellen Läufern auf Distanz zu halten. Aber just in der letzten halben Runde, als es mir dann auch zu blöd war, fast die ganze Arbeit zu leisten, konnten dann auch die aufschliessen, so dass es mal wieder zu einer 50-Mann Laufentscheidung kam.

Nach dem Radpart war ich dann aber schon sehr kaputt, währen die meisten, die sich hinten ausgeruht hatten, noch schön frische Beine hatten. Am Anfang bin ich erst mal mit der Spitze mitgelaufen, dass war die Anweisung des Trainers. Nach 1,5km konnte ich dem hohen Tempo aber nichts mehr entgegensetzen und verkrampfte so dass ich nach und nach einige Positionen verlor. Ich kämpfte jedoch bis zum letzten Meter und um jeden Punkt. Zum Schluss gab es einen Schlussspurt mit vier Mann, in dem ich zweiter und somit gesamt 19. geworden bin.


Das war sicher nicht das, was ich mir vorgestellt hatte, weil ich mit einer so guten Form an den Start gegangen bin. Aber leider war es mal wieder ein typisches Weltcup-Rennen, in dem die starken Swim-Biker fehlen und es somit ein Lauf-Wettkampf wird. Da ich davor zu sehr das Rennen beeinflussen wollte, konnten dann leider nur die anderen Punkte und Geld abstauben. Ein paar Punkte habe ich aber immerhin noch gesammelt und bin jetzt auf Position 75 der Weltrangliste aufgestiegen. Nächsten Samstag steht dann als Saisonabschluss der letzte Weltcup in Miyazaki, Japan an.


2016-09-25

Weltcup Salinas

Zum ersten mal hat es mich nun auf den Südamerikanischen Kontinent verschlagen. Um nach Salinas am westlichsten Punkt Ecuadors zu kommen musste ich über Panama City nach Guayaquill, der grössten Stadt Ecuadors, fliegen. Von dort ging es dann noch für zwei Stunden mit dem Auto gen Westen. Das besondere dort ist, dass in Guayaquill ein extrem feuchtes, tropisches Klima herrscht, während es an der Küste total trocken ist. Das Phänomen wird durch den Humboldt-Strom erzeugt, der kaltes Wasser von der Antarktis transportiert. Dementsprechend war auch das Wasser nur 21°C warm, nicht das, was ich mir bei Ecuador/"Äquator" gedacht hatte.

Das Rennen ging gut los, indem ich mich schnell weit vorne beim Schwimmen platzieren konnte. Eigentlich hatte ich vorher mit den beiden russischen Polyanski-Brüdern abgesprochen, dass sie das Tempo beim Schwimmen sehr hoch halten wollen um dann mit einer Spitzen-Gruppe auf dem Rad wegzufahren. Leider war das Tempo überhaupt nicht hoch, es hat mich eher an ein zügiges Training erinnert. Also bin ich kurzerhand am Ende noch vorbei geschwommen und als erster dem Pazifik entstiegen.

Auf dem Rad habe ich dann nur kurz eine kleine Drei-Mann-Spitzengruppe angeführt, die aber, als ich die Führung mal abgeben wollte, sofort in sich zusammen gefallen ist. Dahinter lauerte mit nur 20m Abstand schon die grosse Meute, so dass schnell alles zusammen gefahren ist. Resultiert ist daraus ein Riesen Rumgebummel, das nur durch die unverhältnismässig schlechte Piste zum Nervenkitzel wurde.


Also alle Mann zusammen zum zweiten Wechsel. Mit einem guten Wechsel konnte ich mich gleich in der ca. 10-köpfigen Spitzengruppe festsetzen. Das hat mich schon mal sehr gefreut, denn da waren nur Hochkaräter in der Gruppe. Nach ca. 2km habe ich aber schon gemerkt, dass es Schritt für Schritt ein kleines Bisschen schwerer wird. Als dann der Athlet vor mir langsam abreissen lassen musste, hatte ich auch nicht die Kraft an ihm vorbeizugehen. Wenn man dann erstmal weg ist von der Spitzengruppe, wird der Rückstand natürlich erstmal schnell grösser, sodass noch ein paar Athleten zu mir aufschliessen konnten und sich eine vierköpfige Verfolgergruppe bildete. Aus der Gruppe haben meine Beine dann am Ende auch nur zum letzten Platz gereicht, was gesamt den zwölften Platz bedeutet.

Zuerst einmal muss ich sagen, dass ich sehr zufrieden bin, wie sich meine Leistung verbessert hat in den letzten Monaten. Dafür habe ich auch hart gearbeitet. Wenn dann keiner Lust hat, zu schwimmen und Rad zu fahren, kann ich auch nichts dafür. Beim Laufen hat mir vielleicht auch noch ein bisschen das Selbstvertrauen gefehlt, ein noch höheres Tempo zu riskieren. Schliesslich bin ich dieses Jahr mit Abstand noch nicht so schnell gelaufen. Für die letzten beiden Wettkämpfe weiss ich aber nun, dass ich mich nicht zu verstecken brauche und es mal riskieren kann, an einer Gruppe dranzubleiben, auch wenn es wehtut.

Jetzt stehen noch zwei harte Trainingswochen an, in denen wir mal etwas anderes Training ausprobieren werden, bevor es dann in vier Wochen auf meinen Asien-Trip geht.


2016-08-07

Weltcup Montreal

Eigentlich eher aus nichtigen Gründen bin ich nach Kanada zum Weltcup gereist. Zum einen konnte ich den Flug günstig haben, da Lisa Sieburger leider gesundheitlich auf den Start verzichten musste. Zum anderen wollte ich das Rennen einfach mitnehmen um mich nicht im Nachhinein ärgern zu müssen, sollte es eine Spitzengruppe gegeben haben. Also bin ich mal schnell ohne viel Form nach Montreal gereist um ein paar Krümel abzugreifen, sollten die anderen welche verlieren. Den Jetlag so halbwegs überwunden, stand ich dann am Sonntag Abend 18 Uhr (24 Uhr MESZ) auf dem Pontoon. Das Wasser war mollig warm, genau wie die Luft. Es war mit rund 25°C Wasser- und Lufttemperatur sogar mild im Vergleich zu den vorangehenden Tagen. Beim Schwimmen habe ich mich sehr gut gefühlt und konnte mich gleich so an fünfter Position einreihen. Danach war das Schwimmen eigentlich unverschämt locker. Durch zwei kurze Zwischensprints konnte ich noch jeweils einen Athleten überholen und somit als dritter aus dem Hafenbecken steigen. Auf dem Rad wusste ich sofort, was ich zu tun hatte. Um eine möglichst kleine Spitzengruppe zu bilden, fuhr ich die ersten 3km am Anschlag, ohne zurückzuschauen. Und tatsächlich, das hohe Anfangstempo hat für einen Riss im Feld gesorgt. Und glücklicherweise für mich war sogar der beste Radfahrer und Renn-Favorit in der Gruppe. Obwohl wir als Gruppe nicht vollends harmonierten, hat die pure Kraft der willigen Athleten wohl ausgereicht um die zweite Gruppe deutlich zu distanzieren. Am Ende der 20km betrug der Vorsprung fast eine Minute. Nach einem guten Wechsel kam ich als dritter auf die Laufstrecke. Bereits an den Tagen zuvor hatte ich mit Bauchkrämpfen beim Training zu kämpfen. Vielleicht habe ich etwas am amerikanischen Essen nicht vertragen. Die sich anbahnenden Krämpfe habe ich bereits wieder beim Radfahren gespürt. Deswegen liess ich es erst mal ruhig angehen beim Laufen. Mir war eine solide Top10 Platzierung wichtiger als auf eine Podiumsplatzierung zu setzen und danach wegen zu krassen Krämpfen mit leeren Händen nach hause zu gehen. Ich lief also mein eigenes Tempo und konnte mich nach drei km gut stabilisieren. Zu dem Zeitpunkt war ich an fünfter Position. Die 10s zum 4. lief ich innerhalb eines Kilometers zu. Durch eine harte Tempoverschärfung konnte ich ihn schnell stehen lassen und das hohe Endtempo hätte fast noch dazu geführt, dass ich den zweiten und dritten eingeholt hätte. Die haben sich aber leider zeitig genug umgeschaut um mir nicht die Chance auf einen Endspurt zu geben. Mit meinem 4. Platz bin ich extrem zufrieden, bin ich doch mit der Erwartung angereist, eventuell eine Top15 abstauben zu können. Die Punkte für diese Platzierung haben mich schon mal wieder von Rang 170 auf 100 der Weltrangliste geschossen. Kann also so weitergehen!


2016-07-24

Bundesliga Tübingen

Zwischen dem WTS-Rennen in Hamburg und dem Bundesliga-Rennen in Tübingen lag nur eine Woche. Und leider bin ich genau in der Woche auch noch krank gewesen, so dass ich nicht bei ganz 100% meiner Kräfte war.
Trotzdem konnte ich beim Schwimmen eine gute Leistung zeigen. Wir, die wir ganz rechts standen, hatten auch einen Vorteil, da wir ein ganzes Stück mit Delphinsprüngen starten konnten. Zudem habe ich leider mal wieder einen Frühstart gemacht. Als zweiter an der ersten Boje, habe ich dann noch etwas für Tempo gesorgt und bin mal wieder als erstes aus dem Wasser gekommen. Dann habe ich zurecht eine zehnsekündige Zeitstrafe in der ersten Wechselzone absitzen müssen. Ich hatte es natürlich verdient aufgrund meines Frühstarts.

Die zehn Sekunden Rückstand musste ich dann natürlich erst mal zufahren. Ich habe es mir einfach gemacht. Alle die vor mir aufs Rad gesprungen sind, habe ich mit in die siebenköpfige Spitzengruppe genommen. Alle dahinter waren leider nicht eingeladen. Unsere Gruppe war dann auch echt motiviert, nur leider hatten nicht alle die Kraft, um qualitativ hochwertig zusammen zu arbeiten. Da kann ich auch keinem einen Vorwurf. Alle wollten, aber nicht alle konnten. Wir wurden also vom Hauptfeld eingeholt und da bin ich dann auch schön entspannt mitgerollt.

Vor dem Wechsel noch mal schön an allen vorbei und als dritter in die Wechselzone. So hatte ich schon mal eine gute Ausgangsposition. Der Lauf durch die schöne Innenstadt von Tübingen lief dann nicht berauschend aber solide. So viele Kurven, Kopfsteinpflaster und Anstiege mag ich nun wirklich nicht. Auch war meine Form einfach nicht mehr so ausgeprägt. Auf den letzten beiden Kilometern konnte ich aber noch mal einige Athleten überholen und als zehnter in einem guten Feld ins Ziel laufen. Damit bin ich zufrieden, Arbeit erledigt sozusagen. Ich habe aber schon gemerkt, wie mein Körper ziemlich am Ende war. Zu viele Wettkämpfe und zu wenig Training machen sich dann doch mal bemerkbar. Dann kann man so einen Ausfall wegen Krankheit nicht mehr so gut wegstecken.

Durch den zehnten Platz habe ich auch eine Punktlandung auf den zweiten Platz der Bundesliga-Jahres-Einzelwertung geschafft. Damit habe ich mir auch die Butter aufs Brot für das nächste Jahr finanziert. Mit dem Team waren wir in der Endabrechnung sechster. Nach zwei unglücklichen Ergebnissen zu Beginn konnten wir in den zwei ausstehenden Rennen nur noch Schadensbegrenzung betreiben. Die anderen Teams waren aber auch einfach gut. Man merkt wie die Bundesliga von Jahr zu Jahr professioneller wird, das ist toll. Jetzt tanke ich mal eine Woche ein bisschen die Grundlage auf, bevor es in eineinhalb Wochen auch schon zum nächsten Wettkampf nach Kanada geht. Dann bin ich aber wirklich durch und ich trainiere mal wieder richtig für die zweite Saisonhälfte.


2016-07-16

WTS Hamburg

Nach den Deutschen Meisterschaften habe ich mich gezielt für drei Wochen auf das WM Rennen in Hamburg vorbereitet. Es ist immer wieder ein Privileg, vor einer so tollen Kulisse starten zu dürfen. Und irgendwie habe ich es jetzt vier Jahre in Folge geschafft, in Hamburg an der Startlinie zu stehen. Der Dank dafür gebührt vor allem der Deutschen Triathlon Union, die mich dreimal davon eingetauscht hat. Diesmal aufgrund meiner Leistung bei der Deutschen Meisterschaft in Düsseldorf. Das Training vor dem Wettkampf lief auch gut und ich war so fit, wie zum jetzigen Zeitpunkt nur möglich, an der Startlinie.

An der Startlinie konnte ich gleich mal verzweifeln, denn ich bin beim Abspringen vom nassen Teppich abgerutscht. Wenn man ins Wasser plumpst und die Athleten neben einem einen guten Startsprung machen, gibt es nur eins, Vollgas bis man wieder an denen vorbei ist. Das hat natürlich schon mal viel mehr Energie gekostet als ich das zu dem Zeitpunkt gerne gehabt hätte. Bis zur ersten Boje war ich zwar nicht ganz vorne dabei, aber noch in Schlagdistanz. Leider musste ich dann aufgrund meiner schlechten Startposition ganz aussen um das Gewimmel an der Boje herum schwimmen. Das bedeutet ca. 5m mehr und somit gleich 15 Positionen weiter hinten. So kam ich am Ende als ca. 30. aus dem Wasser, bestimmt nicht das, was ich mir erwünscht hätte. Aber WTS-Rennen sind von der Qualität halt noch mal ganz anders als ein Bundesliga-Rennen oder ein Weltcup.

Nach einem passablen Wechsel befand ich mich am Ende einer Vierergruppe, die ca. 50m Rückstand auf die Spitzengruppe hatte. Und die Spitze hat ein Höllentempo vorgelegt. Es half also nur eins: schneller als Höllentempo hinterher. Auch wenn sich der Abstand nur ganz langsam verringerte, gab ich nicht auf und holte alles an Kraft und Energie aus mir raus, was ich noch in den letzten Winkeln meines Körpers finden konnte. Am Ende der ersten Runde und ca. 3km mit 400 Watt haben wir es dann geschafft und die Spitzengruppe eingeholt. Damit war ich der letzte, der noch die Gruppe erreicht hatte. Leider wurde es dann auch nicht leichter für mich. Zum einen hatte ich beim Schwimmen und auf der ersten Runde schon so viel Energie gelassen, dass ich fast schon schielen musste vor Ermüdung. Zum anderen fing es just dann an zu regnen und der Kurs verwandelte sich in einen schmierigen Parcours. Durch die vielen Kurven bei Nässe schaffte ich es einfach nicht, mich in der Gruppe nach vorne zu arbeiten und dadurch musste ich nach jeder Kurve wieder extrem antreten, um den Ziehharmonika-Effekt wieder auszugleichen. Als ich es endlich mal schaffte, mich nach vorne zu fahren, stürzten natürlich genau dann zwei Athleten vor mir in einer nassen Kurve. Ich konnte zwar ausweichen, war aber wieder zurück am Schwanz der Gruppe. Das ständige antreten gab mir auf jeden Fall den Rest. Vom körperlichen Gefühl hätte der Wettkampf nach dem Radfahren schon zu Ende sein können.

Genau so verlief dann auch die erste Hälfte des Laufes. Ich war verkrampft und völlig fertig, so dass ich auf 2,5 gleich mal um die 30s verlor. Dann jedoch lockerte sich mein Körper langsam und pünktlich zum Durchlauf durch die prall gefüllten Tribünen und 10.000 Anfeuerungs-Rufen im Rücken konnte ich mein Tempo immens steigern. Das war dann wieder richtig schnelles Rennen und ich konnte alle Athleten, die da hinten noch so waren, deutlich abstellen. Am Ende kämpfte ich mich wieder auf Platz 38 vor.

Sicherlich nicht das, was ich mir vorgestellt habe. Aber ich bin zufrieden damit, dass ich absolut alles gegeben habe und nach dem Rennen noch 5min auf dem Boden liegen musste. Mehr hätte ich in diesem Rennen nicht geben können. Leider haben sich die Umstände ein bisschen gegen mich verschworen. Erst das Abrutschen am Start, dann die Aufholjagd auf dem Rad, dann der Regen. Wenn sich das alles aufsummiert, dann geht am Ende gar nichts mehr. Zudem fehlt mir wohl auch einfach noch die Erfahrung für die Härte der WTS-Rennen. Ich habe mich während des Rennens einfach noch zu oft überfordert gefühlt. Das möchte ich natürlich ändern mit weiteren Rennen auf höchstem Niveau.

Es ist aber erstaunlich, dass ich nur ein halbes Jahr nach Ende meiner halbjährigen Krankheit bereits wieder in einem WTS-Rennen am Start stehen konnte und nicht komplett untergegangen bin. Das grenzt schon fast an ein Wunder. Aber ich bin motiviert, in Zukunft in der WTS richtig durchzustarten. Dafür werde ich nun erst mal den Rest der Saison hart arbeiten! Ich hab richtig Bock drauf!


2016-06-26

Deutsche Meisterschaft

DM und 1. Bundesliga in Düsseldorf

Als ersten Höhepunkt haben der Bundestrainer und ich die Deutsche Meisterschaft in Düsseldorf auserkoren. Zum einen, weil es immer gut ist, bei den nationalen Meisterschaften ein Zeichen zu setzen, zum anderen, weil dort die Möglichkeit bestand, sich für den Bundeskader 2017 und für das WTS Rennen in Hamburg in drei Wochen zu qualifizieren. Ich hatte mir vor dem Rennen Regen und ein Schwimmen ohne Neopren gewünscht. Das hätte meinen Ambitionen auf eine Flucht in einer kleinen Gruppe am meisten in die Karten gespielt. Bekommen habe ich ein Neopren-Schwimmen und Sonnenschein. Aber man muss ja immer das beste aus jeder Situation machen.

Mit einem tollen Start ging es rein in den Düsseldorfer Medienhafen. Meine bombastische Schwimmform auf kurzen Strecken bekamen die anderen gleich mal zu spüren. Nach 150m hatte ich bereits 10m Vorsprung auf alle anderen Spitzen des Feldes. Lediglich hinter mir reihten sich die Athleten auf wie an einer Perlenkette. Dann habe ich das Tempo aber nicht so rücksichtslos durchgezogen, weil ich mich noch nicht in der Form fühle, 750m Vollgas zu schwimmen. Also habe ich mich kurzerhand an zweite Position zurückfallen lassen und Kräfte gespart.

Auf dem langen Weg in die Wechselzone konnte ich dafür sofort für ein hohes Tempo sorgen, so dass sich auf dem Rad schnell eine Fünfer-Spitzengruppe bildete, in der ich alles daran setzte, dass diese auch sofort Fahrt aufnimmt. Dahinter waren ein paar verstreute Athleten, von denen nur noch zwei zu uns aufschliessen konnten. Darunter der spätere Sieger Sven Riederer (SUI). Dann lief unsere Gruppe aber wie am Schnürchen und ich musste nur ganz selten laut werden um die anderen anzufeuern.

Die erste Verfolgergruppe distanzierten wir bis zum zweiten Wechsel um 45 Sekunden. Es wurde also zwischen uns sieben Führenden entschieden. Nach den ersten Metern gewohnt im Sprinttempo kristallisierte sich nach einem Kilometer bereits eine Dreier-Spitzengruppe mit Sven, Justus Nieschlag und mir heraus. Das motivierte mich natürlich, weil der Deutsche Meistertitel zum Greifen nahe war. Ich hätte sogar gedacht, dass ich etwas spritziger sein sollte als Justus, der kurzerhand aus dem Höhentrainingslager angereist war. Jedoch war es genau eine Tempoverschärfung von Justus nach 2km, die ich nicht mitgehen konnte. Der Abstand zu den beiden Führenden vergrösserte sich auf 10-15m, die ich danach zwar halten, aber nie wieder verkleinern konnte. Von hinten drohte allerdings auch keine Gefahr mehr. So lief ich als glücklicher Dritter der Bundesliga-Wertung und Deutscher Vizemeister ins Ziel.

Respekt an Sven, der solo auf dem Rad zu uns aufgeschlossen ist und dann vermutlich mit einem lockeren Läufchen ins Ziel joggte. Und an Justus, der in allen Disziplinen spitze war und am Ende einfach den grösseren Punch im Laufen hatte. Mit Jannik Schaufler holte sich ein Junior, der auch in der Spitzengruppe war, überraschend aber verdient den dritten Platz der Deutschen Meisterschaft.


Mit dem zweiten Platz habe ich mir die Kader-Qualifikation für 2017 geholt und mir allerhöchstwahrscheinlich einen Startplatz beim WM-Rennen in Hamburg gesichert. Dementsprechend bin ich extrem glücklich mit dem Rennen. Schwimmerisch und läuferisch bin ich schon in einer Bomben-Form, wahrscheinlich war ich als Triathlet noch nie besser. Beim Laufen fehlt noch ein bisschen die Grundlage und die volle Tempohärte. Aber das ist jetzt der letzte Schritt zu einer legendären Form für die zweite Saisonhälfte.


2016-06-12

Bundesliga Ingolstadt

Das Bundesligarennen in Ingolstadt war der Auftakt zu einem neuen Block meiner Lieblingsbeschäftigung. Drei Wettkämpfe an drei Wochenenden. In den Wochen davor habe ich noch mal richtig an meine Speed gearbeitet und vor allem auch harte Koppel-Einheiten gemacht.

Das Wetter hat es leider nicht so gut gemeint mit den Athleten und Zuschauern. Bereits Stunden vor dem Start begann es, aus Kübeln zu giessen, so dass sich das Wettkampfareal in einen einzigen Sumpf verwandelte. So macht das Vorbereiten natürlich besonders Spass... Für den Wettkampf hatte ich mir vorgenommen, auf dem Rad was zu probieren und mich richtig in Szene zu setzen. Denn wo soll man sowas ausprobieren, wenn nicht in einem Bundesligarennen. Gleichzeitig kann ich so Werbung für unser Team, die Triathlon-Bundesliga und mich machen.


Beim Schwimmstart bin ich gleich gut weggekommen obwohl ich noch nie so viele Athleten auf so wenig Platz positioniert gesehen habe. Da mir noch ein bisschen die Frische gefehlt hat, war ich nach 100m erst mal nicht mehr so schnell. Ich konnte mich aber taktisch gut an etwa achter Stelle im Zug hinter zwei schnellen Franzosen platzieren. So bin ich erst mal ein bisschen mitgedümpelt. Kurz vor der ersten Boje wollte ich mich dann doch sicher aus jeglichem Geprügel raushalten. Einen kurzen Sprint später bin ich solide als 5. um die Boje gekommen. Bis zur zweiten Boje nach 500m bin ich mal eben noch an Position drei geschwommen. Da habe ich mich ganz gut gefühlt und konnte mich schon im Sog etwas ausruhen bis zum Ausstieg.

Dann ging mein Wettkampf richtig los. Für mein Vorhaben bin ich so schnell in die Wechselzone gelaufen und habe diese auch als dritter verlassen. Direkt nach dem Aufsteigen waren wir noch zu viert. Ich bin aber die kompletten ersten zwei Kilometer voll gefahren und dabei ist leider ein (evtl. wichtiger) Helfer schon abgeplatzt. Zu dritt machte ich mich also mit einem Franzosen und einem Russen auf und davon. Wir harmonierten gut und waren bereit, alles zu geben um den Vorsprung zu vergrössern. Das gelang uns auch am Anfang. Schnell merkte man aber, dass hauptsächlich der Russe und ich die treibenden Kräfte waren und nach 10km ist der Franzose dann auch abgeplatzt. Von da an wurde es richtig hart. Zu zweit gegen eine sehr gut harmonierende Verfolgergruppe ist eben praktische kein Kraut gewachsen. Mit schweren Beinen wurden wir dann leider auch 3km vor Ende des Rad-Parts eingeholt. Dann habe ich noch ein bisschen mit in der Gruppe gedrückt, so dass am Ende ein neuer Rekord-Watt-Schnitt von 345W herauskam.

Nach dem zweiten Wechsel bekam ich dann zu spüren, dass ich bei dem Fluchtversuch eben viel mehr Kraft einsetzen musste als das Verfolgerfeld, dass sich die Arbeit aufteilen konnte. Am Anfang wurde ich praktisch ans Ende unserer 20-Mann Spitzengruppe durchgereicht. Erst nach und nach konnte ich meinen Tritt finden und auch einige Positionen gutmachen. Am Ende lief ich auf Platz 8 ins Ziel.

Mit meiner Leistung bin ich sehr zufrieden, vor allem mit meinem Feuerwerk auf dem Rad. Sowas klappt halt nicht immer, aber ich habe alles riskiert und bin stolz darauf. Wenn ich mich jetzt noch etwas erhole und frischer werde als an dem Wochenende sollten dann auch noch schneller Laufzeiten drin sein. Nächste Woche steht schon der Doppelsprint in Zug an.


2016-05-14

Asian Cup Burabay

Jetzt habe ich alle Extrema einmal durchgemacht. Nach 6°C Luft- und 15°C Wassertemperatur in der Schweiz, 34°C Luft- und 27°C Wassertemperatur in Mexico nun 27°C Luft- und 12°C Wassertemperatur in Kasachstan. Von Mexiko bin ich zurück nach Frankfurt geflogen, dort eine Nacht in einem Hotel geblieben und dann weiter nach Kasachstan geflogen. Kasachstan ist vor allem riesig und leer. Von der Hauptstadt Astana fuhren wir über eine schnurgerade Autobahn durch die unendliche Kasachische Steppe. Nur im Umkreis von 20km um den Zielort Burabay im Norden gibt es viel Wald, Seen und Berge. Eine extrem schöne Oase in der sonst monotonen Landschaft. Zum Glück spreche ich ein paar Worte und Sätze Russisch, sonst wäre man da komplett aufgeschmissen. Man könnte nichts lesen und Englisch kann wirklich keiner.


Die letzten Tage vor dem Rennen waren noch geprägt von starken Muskelkater vom Rennen aus Mexiko. Immer nach dem Lauftraining konnte ich für 2h erst mal nicht mehr gehen. Das Schwimmen und Radfahren lief mit der Zeit immer besser.


Der Wettkampf ging gut los. Beim Schwimmen habe ich zum ersten mal meinen neuen TRI11-Neopren ausprobiert und bin auch erst zum zweiten Mal innerhalb von drei Jahren mit der künstlichen Haut geschwommen. Normalerweise mag ich das nicht so, doch bin ich jetzt super vom Start weggekommen und konnte mich schon nach 20m an die Spitze setzten und davon schwimmen. Zwischenzeitlich hatte ich mich schon 10m vom zweiten gelöst, am Ende drückte ich aber nicht mehr so aufs Gas und so schlossen sich noch zwei Athleten an meine Füsse an. Der Rest des Feldes war da bereits eine knappe halbe Minute distanziert.

Nach einem schnellen Wechsel waren Valentin Wernz und ich nur noch zu zweit an der Spitze. Wir hatten ja letztes Jahr schon geübt, zusammen auszureissen und so wollten wir das auch hier wieder zusammen durchziehen. Wir wechselten uns gut ab und fuhren auf den 20km zu zweit noch mehr Zeit auf die Verfolger raus, am Ende waren es ca. 45s.

Bei dem Vorsprung war ich mir schon relativ sicher, dass wir den Sieg unter uns ausmachen würden. Nach einem extrem schnellen zweiten Wechsel war ich gleich ein paar Meter vor Valentin und ich wollte ihn da auch auf keinen Fall mehr rankommen lassen. Dementsprechend schnell lief ich los. Nach der Hälfte des Laufes sah ich, dass ich ihn im Griff habe, jedoch kamen von hinten die Verfolger noch mal auf. Auf der zweiten Hälfte ging dann auch gar nichts mehr. Die Nachwirkungen aus Mexiko in Form von brutalem Muskelkater wurden dann fast unertragbar. Ich konnte gar nicht mehr auf dem Vorfuss laufen und musste über die Ferse laufen, da ich meine Waden gar nicht mehr ansteuern konnte. So bin ich wohl noch nie durch einen Wettkampf geschlappt. Zum Glück konnte ich am Ende noch 9s vor dem ersten Verfolger retten und so meinen ersten internationalen Sieg einfahren.


Zwar war ich nach dem Weltcup eine Woche vorher auf der anderen Seite der Welt noch nicht fit genug für einen schnellen Lauf, aber für mich war es trotzdem der perfekte Wettkampf. Ohne den Vorsprung, den ich mir beim Schwimmen und Radfahren erarbeitet habe, hätte es nicht zum Sieg gelangt. Besser hätte es also nicht laufen können und ich freue mich riesig über diesen Sieg. Zugleich bedeutet er natürlich auch wichtige Punkte, die ich gut gebrauchen kann um mich zum Beispiel in das Rennen in Hamburg zu kämpfen.


Jetzt steht erst mal wieder ein Trainingsblock an, bevor es im Juni zu zwei Bundesliga-Wettkämpfen und einem Rennen in der Schweiz geht.


2016-05-08

Weltcup Huatulco

Endlich durfte ich wieder an einem internationalen Rennen teilnehmen. Auf die Reise nach Mexico habe ich mich schon lange gefreut. Natürlich auch, weil ich letztes Jahr in Huatulco meinen grössten Erfolg feiern durfte. Zudem war es sozusagen ein Familien-Urlaub. ;-)

Die Vorbereitung lief auch echt gut, ich würde sagen ich war schon nicht mehr sehr viel entfernt von der Top-Form, die ich im letzten Jahr vor der Krankheit hatte. Ich bin von Mittwoch auf Donnerstag über Madrid und Mexico City angereist. Nach der 30h-Reise fühlte ich mich aber trotzdem schon gut und das Gefühl wurde stetig besser in den Tagen vor dem Wettkampf. Dementsprechend traute ich mir durchaus eine Top15-Platzierung zu, die viele Punkte bedeutet hätte.

Dann habe ich aber wohl einen Fehler gemacht, den ich mir komplett selbst zuzuschreiben habe. Am Tag vor dem Wettkampf stand auf meinem unverbindlichen Trainingsplan noch mal ein 7km-langer Lauf. Aus organisatorischen Gründen habe ich diesen am Mittag gemacht, in der absoluten Mittagshitze. Im Nachhinein habe ich gesehen, dass es 34°C waren. Die letzten zwei Kilometer dieses lockeren Laufs fühlten sich schon eher an wie Wettkampf. Auch danach musste ich mich erstmal für zwei Stunden hinlegen um etwas zu regenerieren. Das hat die Beine richtig viel Energie gekostet. Auch am nächsten Morgen vor dem Wettkampf habe ich noch gespürt, dass ich zwar muskulär super in Form war, aber die Energie nicht vollständig aufgefüllt war.

Im Wettkampf zündete ich auf den ersten Schwimm-Metern erst mal den Turbo und setzte mich schnell an die Spitze. Nach den ersten schnellen Metern schwamm ich dann einfach gemütlich in der Spitzengruppe mit um möglichst viel Kraft für die anstehende Hitzeschlacht zu sparen.

Auf dem Rad bildete sich dann sehr schnell ein grosses Hauptfeld, in dem alle nennenswerten Athleten vertreten waren. Der brutalste Radkurs, den ich kenne, lässt es aber trotzdem nicht wirklich zu, sich im Feld zu verstecken. Achtmal muss eine ca. 20%-ige Rampe überwunden werden, was bei den Temperaturen und der Luftfeuchtigkeit schon beim Radfahren die Beine sehr strapaziert. Ich verhielt mich aber klug im Feld und sparte so viel Kraft wie möglich.


Beim Laufen liess ich es erstmal gemütlich angehen, da ich ja wusste, dass viele am Ende aufgrund der Hitze explodieren werden. Nach 2,5km Laufen fühlte ich mich dann gut und entschloss mich, nach und nach wieder nach vorne zu laufen. So bin ich bei 5km ca. auf Platz 15 angekommen. Dann war es leider doch ich, der explodierte. Ich merkte, wie mein Körper mehr und mehr überhitzte und in den roten Bereich kam und jegliche Energie schwand. Dementsprechend fiel auch mein Tempo extrem ab. War ich bei 5km noch ca. 30 Sekunden hinter der Spitze, lief ich am Ende der 10km mit knapp vier Minuten Rückstand ins Ziel. Zum Glück sind bei dem Wettkampf aufgrund der Witterung die Abstände immer sehr gross, so dass das noch den 25. Platz und ein paar wenige Punkte bedeutete.


Das war natürlich nicht das, was ich erwartet habe, aber ich habe davor schon gemerkt, wie gute meine Form schon ist. Und das ist eigentlich schon ein Wunder. Ich blicke also sehr zuversichtlich in die weitere Saison. Es herrscht ja nicht immer tropische Hitze und den Fehler wiederhole ich auch nicht, versprochen! ;-)


2016-04-16

Walliseller Triathlon

Vor dem ersten Wettkampf nach meiner Krankheit war ich vor allem eines: extrem glücklich, wieder dabei zu sein. Am Samstag Abend war es dann endlich soweit. Unter die Freude mischte sich natürlich auch ein bisschen Unsicherheit, auf welchem Niveau mein Körper im Wettkampf schon operieren kann. Schliesslich will ich auch bei meinem ersten Wettkampf nicht schon vor dem Laufen abgehängt werden.

Um Punkt 18:55 Uhr fiel der Startschuss zum zweiten Teil meiner Karriere. Da dort im Becken geschwommen wird, hängte ich mich erst mal nur hinter Florin und Andrea Salvisberg, die sich Abwechselten und so unsere Bahn zur schnellsten Schwimmzeit schwammen. Da es im Wasserschatten im Becken sehr einfach ist, war das für mich nicht härter als ein zügiges Training. Wenn ich gewusst hätte, dass es schon so gut geht, hätte ich auch gerne einen Teil der Führungsarbeit übernommen.

Rauf auf's Rad, und erstmal ging es darum, mit der Spitzengruppe den Favoriten, Sven Riederer, auf Distanz zu halten. Dies gelang aber nicht, da wir nicht ganz perfekt zusammen gearbeitet haben und Sven zusammen mit Andi Böcherer einfach zu stark war. Andi war es dann auch, der den Rad-Part bestimmte und sehr oft die Tempoarbeit machte. Wahrscheinlich ein gutes Speed-Training für ihn. Aufgrund der nassen Strasse war es an einigen Ecken sehr schwierig zu fahren, aber zum Glück gab es keine Stürze. Ich hielt mich stets vorne im Feld, um in den technischen Abfahrten immer reagieren zu können. Am Ende des Radfahrens waren nur Andrea Salvisberg und Adrien Briffod ein paar Meter enteilt, indem sie die letzten Kurven perfekt gefahren sind.


Beim Laufen verfolgte ich erst mal Sven für etwa 500m, musste dann aber einsehen, dass ich bergauf keine Chance hatte. Zu dem Zeitpunkt verkrampfte ich dann auch im Bauchbereich. Das bekomme ich immer, wenn ich noch unter viel Training leide und an meine Leistungsgrenze gehen will. Dann würde ich zwar gerne schneller laufen, und vom Stoffwechsel wäre das auch möglich, aber der verkrampfte Rumpf bremst mich. So landete ich nach der Hälfte der Laufstrecke in einer Dreiergruppe mit Andi und Gianluca Pozzati. Bei dem Tempo konnte ich mich aber wieder ganz gut regenerieren und meinen Rumpf lockern. Dann nutzte ich ca. 750m vor dem Ziel den perfekten Zeitpunkt, auf einer Kuppe vor dem bergab Laufen, um meine Attacke zu setzten. Die hat gewirkt und ich war schnell 10-15m weg von meinen Verfolgern. Das musste ich dann nur noch zu Ende laufen. Auf den letzten Metern holte ich dann auch wieder zu den Plätzen zwei bis fünf auf, nur der verdiente Sieger Adrien Briffod war heute in einer eigenen Liga.

Insgesamt bin ich super glücklich, dass ich schon so ein Rennen hinzaubern konnte. Mein Training war wahrlich nicht auf diesen Wettkampf ausgerichtet, aber das Niveau ist nur wenig von dem Entfernt, was ich letztes Jahr auch zu diesem Zeitpunkt hatte. Nur mit sechs Monaten weniger Training.

Als nächstes steht in zwei Wochen ein weiteres Schweizer Rennen an, der Dreifach-Triathlon in Stettfurt. Dann wird auch langsam meine Form aufgebaut.


2016-03-30

Trainingslager Mallorca

Als ersten Härtetest nach meiner Krankheit bin ich im März drei Wochen mit der Nationalmannschaft ins Trainingslager nach Mallorca geflogen. Dort waren wir in Colonia Sant Jordi im Süd-Osten der Insel untergebracht. Trainiert haben wir im Best Swim Centre, das zehn 50m-Bahnen im Freibad bietet.


Zum Laufen hatten wir Zugang zu einem Pinienwald, in dem es eine 6km, ein 5km, eine 3km und eine 2km Runde gibt. Genug Runden also, um sich auszutoben.


Als Radfahrer-Paradies ist Mallorca ja sowieso bekannt. Dementsprechend hatten wir perfekte Bedingungen zum Trainieren.


Nach der Ankunft gab es für mich zuerst drei entspanntere Tage zum Reinfinden. Danach wurde das Gaspedal nach und nach durchgedrückt.
Wir trainierten immer in Blöcken mit drei Belastungs- und einem Entlastungstag. Die Belastungstage hatten je ca. drei Einheiten und pro Block waren davon 3-4 Einheiten hart.
Am Entlastungstag stand eigentlich immer ca. 5km Schwimmen und Athletiktraining auf dem Programm. Von diesen Blöcken habe ich dann vier absolviert, bevor die letzten zwei Tage wieder zur Regeneration genutzt wurden und um das Immunsystem zu stabilisieren.

Von der Qualität, die ich schon bringen konnte, war ich ehrlicherweise selbst überrascht. Ich konnte das Training genau so durchziehen, wie geplant, und dabei auch die ein oder andere sehr gute Leistung zeigen. Gerade im Schwimmtraining bin ich praktisch schon auf einem Niveau, wie es auch vor der Krankheit war.
Auf dem Rad standen als intensive Einheiten vor allem kraftintensive Belastungen am Berg auf dem Plan. Dafür sind wir stets den bekannten Radfahrer-Berg Sant Salvador hoch- und runtergefahren. Und jedes mal konnten wir die schöne Aussicht über die Insel geniessen.
Beim Laufen waren die Intensitäten bunt gemischt, von 200ern über 3000er bis hin zu Bergläufen auch an Sant Salvador. Alles in allem war der Schwerpunkt natürlich auch der Ausbildung meiner Grundlagen-Ausdauer, damit ich dann eine gute Basis habe, mit der ich zu späterer Zeit viele harte Trainingseinheiten und Wettkämpfe verkrafte.


Mit dem Team hatte ich sehr sehr viel Spass. Ich weiss echt, was ich in meiner Auszeit vermisst habe. Eigentlich gab es bei jeder gemeinsamen Einheit und jedem gemeinsamen Essen viel zu lachen. Es war eine tolle Zeit zusammen!


2016-03-12

Trainingseinstieg

Zurück nach sechs Monaten

Ende Januar habe ich die frohe Botschaft erhalten, dass mein Pfeiffersches Drüsenfieber sich dem Ende zuneigt. Nach sechs Monaten des Wartens und des Beine still Haltens konnte ich endlich wieder in Training einsteigen. Zunächst ging das ganze natürlich sehr langsam und vorsichtig los. Sechs Monate sind für einen Sportler ja wie ein ganzes Zeitalter. Doch ich muss sagen, dass ich immens schnell wieder in Form gekommen bin. Der Aufbauprozess ist natürlich ein sehr langer. Doch vielleicht brauche ich statt sechs nur vier Monate um wieder in Top-Form zu kommen.

Nach etwa sechs Wochen Training habe ich zum ersten mal wieder Leistungstests auf dem Rad und beim Schwimmen gemacht. Tatsächlich waren vor allem die Schwimm-Ergebnisse sensationell. Der Test war eigentlich schon genau so gut, wie einer aus dem Vorjahr, wo ich ganz normal trainiert habe. Auf dem Rad ist noch etwas Luft nach oben.

Um nun richtig an meiner Grundlage zu arbeiten, bin ich von 9. bis 29. März auf Mallorca im Trainingslager. Hier werde ich vor allem ruhige und lange Einheiten absolvieren um die Basis zu schaffen, auf der dann die Intensitäten aufgebaut werden. Das heisst, dass ich nicht mehr als 25-28h die Woche trainieren werde. Der Rest der Nationalmannschaft ist hier schon fleissig an den Tempoläufen und harten Schwimmeinheiten. Dementsprechend muss ich mich zurück halten um nicht zu schnell zu viel zu wollen. Dafür habe ich natürlich auch Unterstützung in Form des Bundestrainers, der mir beizeiten auch mal zurückhält.

Insgesamt fühle ich mich aber jede Woche ein ganzes Stück besser. Im Schwimmen bin ich soweit schon wieder absolut konkurrenzfähig. Auf dem Rad und beim Laufen hänge ich noch hinterher. Aber auch das wird sich bald ändern. In Summe überrasche ich mich oft selbst, wie schnell ich nach der halbjährigen Zwangspause wieder auf die Beine komme.


Noch im Trainingslager werde ich dann auch zusammen mit dem Bundestrainer die erste vorläufige Wettkampfplanung erstellen. Relativ sicher werde ich wohl schon Mitte April in meiner alten Heimat Wallisellen starten, dann natürlich noch nicht in Top-Form. Nach und nach werden dann auch internationale Rennen hinzu kommen sowie die Bundesliga im Juni und Juli. Mein erstes Ziel wird sein, dass ich so viele internationale Punkte sammle, um im Juli wieder in Hamburg beim WM-Rennen am Start stehen zu können. Das Spektakel lasse ich mir nicht freiwillig entgehen!

Bis dahin, euer Max


2016-01-16

Fremde Freunde

Momentan kocht die Stimmung in Deutschland ziemlich hoch, was die Flüchtlings- und Fremdenfrage betrifft. Ich möchte hier nicht meine politische Meinung kundtun, da dies meine Athleten-Seite ist und ich Sport als etwas unpolitisches, Menschen und Völker Verbindendes sehe.
Trotzdem möchte ich euch gerne vier Geschichten aus meiner sportlichen Karriere erzählen. 1. 2013 bin ich zu einem Europacup nach Antalya geflogen und im Flugzeug wurde ein Teil meines Rades so beschädigt, dass es so spontan kein Ersatzteil gab und ein Start nicht möglich gewesen wäre. Dank der Hilfe von Einheimischen der Millionenmetropole bin ich über viele Ecken in einem Industrieviertel gelandet, wo mir Arbeiter gesagt haben, ich solle mein (6000€ teueres) Fahrrad da lassen und ihr Chef wird es mir über Nacht reparieren. Siehe da, am nächsten Tag war nicht nur mein Rad noch da, sondern der Schlosser hat mir in stundenlanger Arbeit tatsächlich das defekte Teil komplett neu erschaffen. Dank der Hilfe all der Türken, die mich zu ihm gebracht haben, konnte ich doch noch am Wettkampf teilnehmen. (Die ganze Geschichte gibt's hier: Facebook - Maximilian Schwetz)

2. 2012 war ich zum ersten mal im Dienste der Nationalmannschaft im Ausland. Das war auch das erste mal, dass ich überhaupt an einem internationalen Wettkampf teilgenommen habe. Da ich davor eigentlich nur Deutsche und Schweizer kannte, war ich extrem überrascht, wie offen und herzlich dort in Israel alle Menschen zu mir waren. Und das waren nicht nur Sportler, sondern auch der Mensch von der Strasse. Mit einem Israeli hatte ich danach sogar noch lange Zeit Kontakt.
Eine Woche vor unserer Ankunft sind in dem Ort noch zwei Raketen aus den Palästinenser-Gebieten eingeschlagen. Erstaunlich, wie normal und unaufgeregt die Leute trotz des unaufhörlich schwelenden Konflikts bleiben.


3. 2015 bin ich aus Ägypten zurück nach Zürich geflogen und sass zusammen mit einem Ägypter in der letzten Reihe. Als er mitbekam, dass ich Vegetarier bin und auch er das vegetarische Menü wollte, kamen wir zunächst darüber ins Gespräch. Unsere Themen wurden immer spezieller und unsere Diskussionen kontroverser. Am Ende haben wir uns darüber unterhalten, was im Koran steht, was er daraus liest, wie seine Einstellung zu Christen und Juden ist und wie man den ultimativen Weltfrieden schaffen kann. Ganz besonders fand ich, dass die beiden Sätze "Ich habe von klein auf gelernt, Juden zu hassen, da sie uns immer wieder mit Krieg überziehen und unsere Vorfahren getötet haben" und "Einige meiner besten Freunde sind Juden, sie sind treu und im Prinzip genau so wie wir" innerhalb von nur zwei Minuten gefallen sind. Alles in allem war es eine entspannte und offene Diskussion. Am Ende hat er mir dann noch von seinen Plänen erzählt, zwei Filialen von "Kentucky Fried Chicken" aufzumachen. :D

4. 2001 war ich mit 10 Jahren zum ersten mal im Rahmen eines Austausch zwischen den Schwimmern in Erlangen und denen in Wladimir/Russland längere Zeit alleine Weg. Ohne Kenntnis der Russischen Sprache wurde ich förmlich in eine Familie geworfen, die mich für zwei Wochen beherbergte. Keiner von ihnen konnte im Gegenzug Englisch oder Deutsch. Aber auch ohne gemeinsame Sprache konnten wir uns verständigen, da wir uns ja trotzdem so ähnlich waren, kleine kulturelle Unterschiede beiseite. Im Gunde haben wir doch alles die gleichen Bedürfnisse nach Geborgenheit, Sicherheit und ein bisschen Spass. Dazu reichen auch die Worte "Yes", "No" und "Nintendo". :D

Ich bin extrem froh, dass ich all diese und noch weitere tolle Erfahrungen mit fremdem Menschen und Kulturen machen durfte und freue mich auf noch viele kommende.


2015-12-30

Newsletter Silvester 2015

Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch und ein schönes und gesundes neues Jahr. 2016 ist für die meisten Sportler ja ein besonderes Jahr, weil im August die Olympischen Spiele stattfinden. Entweder möchten sie sich noch qualifizieren oder sie bereiten sich bereits auf diesen Höhepunkt einer jeden Sportlerkarriere vor. Für mich markiert 2016 das Jahr, in dem ich dann endlich professionell in den Sport starten kann. Auch wenn ich schon seit September in Saarbrücken bin und die Sportmedizin schon gut kenne, werde ich 2016 dann auch die tollen Trainingsbedingungen dort ausnutzen können und meiner sportlichen Leistung bestimmt einen Schub geben können.

Im Dezember hat sich rein von der Krankheit nichts grossartiges getan. Die Leberwerte schwanken zwischen Werten knapp schlechter als der Normalbereich und Werten knapp schlechter als diese Werte. ;-) Es gibt aber keine Ausreisser nach oben und deswegen auch keinen Grund zur Besorgnis. Zwischen Mitte November und Weihnachten habe ich jeweils eine Stunde täglich bei maximal 110 Puls trainiert. Da das Immunsystem diesen Umfang an Bewegung offensichtlich vertragen hat und die Werte innerhalb eines akzeptablen Bereichs bleiben, wollen die Ärzte nun den Umfang etwas steigern. Seit der Weihnachtswoche darf ich nun 90min täglich "trainieren" bei gleichbleibender Belastung und einem Ruhetag pro Woche. Das heisst, der Gesamtumfang steigt von sieben auf neun Stunden.

Im Januar, wenn ich wieder in Saarbrücken bin, werden wir das nächste mal in einer grösseren Blutanalyse testen, ob sich die letzte Art von Antikörpern bildet oder gebildet hat und ich somit wieder voll einsatzfähig bin.

Der letzte Wert, den ich noch vor Weihnachten war sehr gut und schon fast an meinem Rekord während der Krankheit. Das Beste, das ich während der letzten Konsultation beim Arzt erfahren habe, war jedoch, dass es bei mir eine 100%-ige Heilungschance gibt, weil mein Immunsystem gesund ist. Die einzige Frage ist, wann die Krankheit besiegt wird.

Über Weihnachten und Silvester bin ich bei meinen Eltern in Erlangen zu Gast. Nach dem Jahreswechsel werde ich zurück nach Saarbrücken gehen, weil dann auch wieder Vorlesungen und Prüfungen an der Uni angesagt sind. Dann werde ich erstmal eine Zeit alleine in Saarbrücken sein, da der Rest der Nationalmannschaft für vier Wochen nach Südafrika fliegt.


2015-12-14

Newsletter 12/15

Nach dem letzten Anstieg der Leberwerte im November hatte ich Angst, dass ich wieder einen Rückfall erleide. Gott sei Dank haben sie sich dann wieder gefangen und der Trend hat sich umgekehrt. Zuletzt sind die Werte innerhalb der letzten Woche noch mal ein beträchtliches Stück besser geworden, und das obwohl ich in dieser Woche so viel "trainiert" habe, wie noch nie seit Ausbruch der Krankheit. Mein Körper verhält sich also sehr vorbildlich.

Man muss aber sagen, dass ich noch nicht ganz im Normalbereich angekommen bin. Bis ich da angelangt bin, werde ich noch weitermachen, wie momentan. Ich bewege mich eine Stunde am Tag bei sehr geringer Intensität. Damit wollen wir keinen weiteren Rückfall riskieren, der mich eventuell um viele Monate zurückwerfen könnte. Alles auf Sicherheit also.

Noch mal ein bisschen medizinisches Wissen, das ich mir langsam von den Ärzten angeeignet habe: Woher kommen diese erhöhten Werte der Leber?

Der Virus des Pfeifferschen Drüsenfiebers, der Ebstein-Barr-Virus schleust sich wie jeder Virus in die körpereigenen Zellen ein und programmiert diese um, so dass sie nicht mehr die körperliche sondern die DNA des Virus vermehrt. Diese Umprogrammierung hinterlässt aber eine Spur an der Oberfläche der Zelle. So können die "Polizisten" des Immunsystems sehen, in welchen Zellen sich die Bösewichte versteckt haben. Dann werden gezielt diese Zellen von den Immunkörpern zerstört, damit sich der Virus nicht vermehren kann. Dadurch, dass das Immunsystem Zellen zerstört, werden natürlich auch einige Leberzellen zerstört. Diese "beseitigten" Leberzellen misst man dann als diesen Wert. Je höher der Wert, desto mehr Zellen werden also momentan zerstört. Das Immunsystem ist dann sehr beschäftigt mit dem Virus. Ein normal tiefer Wert zeigt, dass das Immunsystem stabil ist und keine Krankheit bekämpft werden muss. Jeder mit mehr medizinischem Verstand darf mich gerne korrigieren.

Es gilt also noch ein wenig zu warten, die Trainingseinstieg wird aber in weniger als einigen Monaten erfolgen. So genau kann man das sagen. ;-) Ich würde also nur noch von Wochen sprechen.


2015-11-12

Newsletter 11/15

Gerade nach dem Oktober-Newsletter habe ich die schlechte Nachricht bekommen, dass meine Blutwerte nach dem Pfeifferschen Drüsenfieber und etwas Training deutlich schlechter geworden sind. Ich musste also wieder das ganze Training streichen und als es nach drei Wochen ohne jegliche Bewegung nochmals deutlich schlechter geworden ist, lag der Verdacht nahe, dass eventuell noch eine andere Krankheit obendrauf für die schlechten Leberwerte verantwortlich ist. Dies konnte aber vor zwei Wochen in aufwändigen Tests bei einem Spezialisten am Universitätsklinikum Homburg ausgeschlossen werden. Zur gleichen Zeit wurden aber auch die Leberwerte wieder deutlich besser und befinden sich nun nur wenig überhalb des Normalwertes.

Aus einem sehr genau aufgeschlüsselten Blutbild konnten die Ärzte erkennen, dass sich die Antikörper für die Hülle des EBV (Ebstein-Barr-Virus/Pfeiffersches Drüsenfieber) bereits gebildet haben. Die Antikörper für das Innere des Virus sind aber noch nicht nachzuweisen.

Dementsprechend ist auch noch Virus-DNA im Blut zu sehen. Diese zweiten Antikörper müssen sich noch bilden, erst dann ist die Krankheit vollständig besiegt.

Bis dahin wird noch kein volles Training möglich sein. Momentan versuche ich es mal mit ganz leichter Bewegungstherapie. Zur Orientierung: Dabei schwimme ich ca. 1:35m auf 100m (so schnell war ich wahrscheinlich vor 20 Jahren schon) oder laufe ca. 8min/km (sehr zügiges Spazier-Tempo).

Das positive ist, dass wir uns jetzt alles sehr sicher sein können, was momentan in meinem Körper vorgeht. Und wenn man mal die Situation genau kennt, kann man auch genau die richtigen Massnahmen ergreifen. Bis ich wieder voll ins Training einsteigen kann, vertreibe ich mir dir Zeit dafür mit vielen Vorlesungen für das Physik Master Studium und anderen schönen Dingen des Lebens. Es stimmt also immerhin im Kopf und das körperliche kommt auch bald wieder!


2015-10-13

Newsletter 10/15

Seit dem 1. September wohne ich nun in Saarbrücken und kann von den professionellen Bedingungen profitieren, die dort aufgebaut wurden. Zum einen die Sportstätten (50m Schwimmhalle nur für Sportler/Leichtathletik-Bahn/Leichtathletik-Halle/grosser Kraftraum/Ergonometer-Raum), zum anderen die Betreuung (Zwei Trainer, Physiotherapie, Sportmedizin, Athletiktrainer) bieten alle Möglichkeiten, um Triathlon auf höchstem Niveau zu betreiben.

Bisher konnte ich leider nur das Sportmedizinische Institut ausgiebig nutzen. Seit Ende Juli ist mein Körper ja schon am Kämpfen mit dem Pfeifferschen Drüsenfieber. Obwohl ich mich schon seit ca. zehn Wochen perfekt fühle, ist in meinem Blut immer noch nachweisbar, dass mein Immunsystem stark geschwächt und nicht wieder komplett regeneriert ist. Mit dem Training darf ich erst wieder beginnen, wenn die Blutwerte und das Immunsystem wieder komplett erholt ist. Ansonsten riskiert man komplizierte Rückfälle und in dieser Phase der Saison muss man ja nichts riskieren.

Dafür konnte ich in der Pause endlich mal all die Dinge machen, für die ich sonst keine Zeit gefunden habe. Mittlerweile bin ich aber wieder heiss wie Frittenfett auf das Training in der freien Natur.


2015-09-18

Rodrigo Nebel

Der Grund für meinen bisherigen Erfolg

Im Jahr 2010 war für mich die Zeit gekommen, meine Schwimm-Karriere zu beenden, da ich nicht genug Talent hatte, um den Sprung von der nationalen Jahrgangs- in die offene Spitze zu schaffen. Da ich noch ein Jahr Zeit hatte, bis ich mein Studium in Zürich begann, wollte ich noch mal etwas ausprobieren und Triathlon hat mich schon immer gereizt.

Also meldete ich mich beim TV 1848 Erlangen und wurde, da ich als Leistungsschwimmer potenziell eine Verstärkung für das Ligateam sein könnte, an Rodrigo Nebel verwiesen. Rod nahm sich meiner an und er plante für mich die ersten Schritte und Pedaltritte im Triathlon. Für mich war das ganze eine ganz neue Erfahrung da ich ausschliesslich die Schwimmhalle und den Kraftraum gewohnt war. Jedoch machte ich schnell Fortschritte. Wenn ich zurückdenke, kann ich mir gar nicht vorstellen, wie gering die Umfänge zu Beginn der Karriere natürlich noch waren. Mehr als 20-30km Laufen standen nie auf dem Trainingsplan. Heute mache ich das dreifache davon.


Meinen ersten (Lauf-)Wettkampf unter Rod bestritt ich im Herbst 2010. Es stellte sich heraus, das ich gar nicht mal untalentiert war. Es ging aufwärts und aufwärts. Nach einem dreiviertel Jahr wurde mir das erste mal die Chance gegeben, im Bayernliga-Team zu starten und ich war überraschender Weise bereits der Leistungsträger des Teams. Nach einem Jahr gelang mir bereits ein neunter Platz bei der Deutschen Meisterschaft der Elite. Ein Erfolg, den ich im Schwimmen nie erlangen hätte können.

Für mich war nun klar, dass ich es mit dem Triathlon ernsthaft versuchen möchte. Es stand mein Umzug des Studiums wegen nach Zürich an. Trotzdem plante Rod weiterhin aus der Ferne meine Saison und schrieb mir die Trainingspläne.

Nach eineinhalb Jahren unter Rod gelang dann das erste unglaubliche: Die Qualifikation für die Europameisterschaft in Israel. Dafür lief ich unter anderem beim Leistungstest in Saarbrücken auf 10.000m 31:33min. Die weiteren Meilensteine waren der vierte Platz bei der Europameisterschaft in Alanya nach zweieinhalb Jahren in 2013, der Vizeeuropameistertitel mit dem Team 2014 und mein grösster Erfolg bis jetzt, der zweite Platz beim Weltcup in Mexico 2015.

Rod war immer begeistert bei der Sache und ich hätte mir keinen besseren Trainer wünschen können. Er plante mein Training komplett durch und nahm dabei auch Rücksicht auf meine Verpflichtungen in der Uni. Gleichzeitig durfte ich stets mitentscheiden bei der Planung. Manchmal stellte er mich auch vor knifflige Aufgaben, meistens zu laufende Zeiten beim Lauftraining. Aber wenn er mich motivierte, dass ich das schaffen sollte, habe ich es auch immer geschafft. Ich bin Rod sehr dankbar, für nicht weniger als meine gesamte Leistungsentwicklung während der jetzt fünfjährigen Karriere.

Nach einer Übergangsphase werde ich dann in der neuen Saison beim Bundestrainer Dan Lorang trainieren. Ich freue mich auf die neue Aufgabe und neue Reize.


2015-08-27

Vier Jahre Sharks

Abschied von den Limmat Sharks Zürich

Nach vier Jahren muss ich mich leider vom besten Schwimmverein der Schweiz verabschieden. Besonders danken möchte ich Dirk Reinicke, der mich 2011 als Triathlet in die Elite-Mannschaft aufgenommen hat. Ohne diese wichtige Stütze im Trainingsplan wäre ich bestimmt nicht auf das Level gekommen, auf dem ich jetzt bin. Dirk und auch die Co-Trainer Felix Weins und Nico Messer sorgten nicht nur dafür, dass ich mich schwimmerisch weiter entwickelte, sie nahmen auch explizit Rücksicht auf meine individuelle Trainings- und Wettkampfplanung. Speziell bereiteten sie mich mit eigenen Programmen auf meine Höhepunkte vor. Das ist nicht selbstverständlich, da es ja ein Schwimmverein mit Wettkampfzielen im Schwimmkalender ist. Besonders herausheben möchte ich, dass ich nach sieben Monaten in der Mannschaft nochmals Bestzeit auf 1500m Freistil geschwommen bin (16:50min). Und das, obwohl ich bereits seit zwei Jahren kein reiner Schwimmer mehr war. Hinzu kommen viele "first out of the water" bei Weltcups, Europameisterschaften, etc.


Mit bis zu sechs Einheiten pro Woche, waren die Schwimmer der Elite-Mannschaft neben meinen Studien-Freunden auch die Personen, die ich am häufigsten gesehen habe. Ich habe viele schöne Momente und Trainingseinheiten im Hallenbad Oerlikon erlebt, vor allem wegen meinen Elite-Sharks. Es gab wenige Tage, an denen ich mich nicht gefreut habe, wenn ich mich auf den Weg ins Schwimmtraining gemacht habe. Ich freue mich schon, bald wieder bei euch mit trainieren zu dürfen und euch alle zu sehen. GO SHARKS!!!



2015-08-17

Pfeiffersches Drüsenfieber

Sechs Tage und 50 Stunden Lernzeit nach dem Rennen in Hamburg fühlte ich mich nach einer Schwimmeinheit etwas kränklich. Am nächsten Tag, nach 8h Lernen war ich dann ziemlich fertig. Den folgenden Tag, Samstag, verbrachte ich bereits vollends im Bett. Ich dachte, ich hatte mir einen Infekt eingefangen, wahrscheinlich begünstigt durch die Klimaanlage in der Bibliothek, in der ich täglich 8-10h gelernt hatte. Da wurde es schon auch mal kalt. Am Sonntag fühlte ich mich wieder besser, so dass ich wieder in der Bibliothek lernte. Am Abend wurde mir dann wieder kühler. Es wurde kühler und kühler bis ich mich entschloss, nach Hause zu gehen. Auf dem Weg war mir bereits so kalt, dass ich extrem schlotterte und meinen Lenker praktisch nicht mehr festhalten konnte. Es hatte ca. 23 Grad Lufttemperatur. Nachdem ich ca. eine Minute gebraucht habe, meinen Haustürschlüssel mit den zitternden Händen in das Schloss zu stecken, war mir klar, dass ich mal lieber zum Notfallarzt gehen sollte. Also schnell Winterjacke, Russische Fellmütze und Handschuhe angezogen und auf zum Arzt. Der konnte leider nichts feststellen, es ist halt wohl ein normaler Infekt. Wieder zu hause heizte mein Körper dann mal richtig auf 40 Grad.


Nach weiteren vier schlimmen Tagen ging ich zu meinem alten Arzt vom Schwimmen. Er hatte noch die Idee des Pfeifferschen Drüsenfieber, ich steuerte noch eine Malaria bei, da ich ja in Mexico war. Auf beides würden die Symptome passen. Das Pfeiffersche lässt sich erst drei Wochen nach Ausbruch im Blut nachweisen, aber wir konnten mit Bluttests zumindest Malaria ausschliessen.

Eine weitere Bett-Woche später, nun wieder zurück in Wallisellen, liess ich wieder Blut abnehmen um auf Pfeiffersches zu testen. Der Test war nun positiv. Zusätzlich hatte sich noch eine Angina drauf gesetzt, die meine Verfassung komplett auf den Boden schmetterte. Nach einer Woche mit Antibiotikum war zumindest die Angina weg und plötzlich ging es mir auch von der gesamten Verfassung wieder viel besser. Sogar stehen und gehen konnte ich wieder ohne grössere Probleme.

Das Pfeiffersche Drüsenfieber kann durchaus gefährlich werden für Sportler, aber nur wenn gleichzeitig trainiert wird. Das kann vor allem passieren, wenn der Beginn der Krankheit sehr leicht ausfällt und man sich nur leicht schlapp fühlt. Genauso kann man durch einen zu schnellen Wiedereinstieg einen Rückfall erleiden und das ganze kann sich Monate lang ziehen. Ich hatte wohl das Glück, dass ich sofort halbtot im Bett lag, so dass gar keine Möglichkeit des Trainings war.

Jetzt muss ich warten, bis meine Blutwerte wieder perfekt sind und bis meine Milz und Leber wieder abgeschwollen sind. Dann geht es mit lockerem Training und einem langsamen Aufbau wieder los. Das kann schon in zwei, aber auch erst in vier Wochen sein, es verhält sich sehr individuell. Dementsprechend werde ich diese Saison wohl keine Wettkämpfe mehr bestreiten können und sofort mit dem Saisonaufbau für die Olympia-Saison 2016 beginnen.


2015-07-18

WTS Hamburg

Nur eine Woche nach dem EM-Rennen in Genf stand schon mein erstes WM Rennen der Saison in Hamburg an. Leider musste ich die Woche mit einer Achillessehnen-Verletzung kämpfen, die ich mir beim Lauf in Genf zugezogen hatte und weswegen ich dort auch die Staffel absagen musste.

Wie bisher immer in der WTS hatte ich eine eher bescheidene Startposition auf der Aussenseite des Pontons. Ich kam zwar vom Start gut weg, war dann an der Boje wohl eine Körperlänge zu weit hinten. So wurde ich von hinten voll in das Geprügel mit reingezogen. Das war ich nicht gewohnt und habe ich in der Form auch noch nicht erlebt. Dass durch so viele Schwimmer auf so wenig Platz eben unabsichtlich Schläge und Tritte verteilt werden ist natürlich. Ich wurde jedoch geschlagene 8-10 Sekunden von einer Person mit festem Griff am Einteiler festgehalten. Da ich mir keine unsportliche Motivation vorstellen will, denke ich, dass die Person einfach Panik bekommen hat und sich an irgendetwas festhalten wollte. Schliesslich war ich nach der ersten Boje in einer denkbar schlechten Position im hinteren Drittel des Feldes. Zwar konnte ich mich auf dem Rückweg noch einige Positionen nach vorne schwimmen, stieg aber trotzdem nur als 26. aus dem Wasser.

Auf dem Rad bildete sich eine zehnköpfige Spitzengruppe, der Rest wurde nach und nach vom Hauptfeld eingesammelt, in dem auch ich mich befand. Das Radfahren war mal wieder unglaublich hart mit einigen Momenten, in denen ich ernsthaft um den Anschluss kämpfen musste. Aber wahrscheinlich war ich auch nicht mehr in allerbester Verfassung.

Beim Lauf wollte ich schnell loslaufen, wie ich es zuletzt bei einigen guten Wettkämpfen geschafft hatte. Meine Beine hatten jedoch eine andere Meinung, was die Geschwindigkeit angeht. Auch meine Achillessehne wollte nicht so ganz und das Laufen war nicht sehr rund. Schliesslich konnte ich nach 2.5km noch ein wenig zulegen und noch ein paar Positionen aufholen.

Am Ende steht ein 33. Platz. Das ist sicherlich nicht mein Anspruch. Da ich mir das Rennen eher kurzfristig "verdient" habe und bestimmt nicht mehr in Top-Form war, will ich mich auch nicht beschweren. Das war schliesslich der sechste Wettkampf in sechs Wochen. Hamburg will und darf man sich einfach nicht entgehen lassen. Eine solche Kulisse erlebt man eben nur einmal auf der Welt.


2015-06-28

Deutsche Meisterschaft

1. Triathlon Bundesliga Düsseldorf

Im Rahmen der Triathlon Bundesliga wurden in Düsseldorf auch die deutschen Meistertitel der Elite vergeben. Dementsprechend gab es ein grosses Feld mit den Besten Triathleten Deutschlands und der Welt.

Mit einem guten Start konnte ich mich im Wasser sofort an die Spitze des Feldes setzen. Bis zur ersten Boje bildete ich die einzige Spitze, danach schwamm ich mit Alexander Bryukhankhov (RUS) gemeinsam Seite an Seite. Wie ein paar Synchronschwimmer versuchten wir das Tempo hochzuhalten um das Feld möglichst zu zerreissen. Die rund 400m vom Wasser in die Wechselzone sprinteten wir praktisch komplett um uns danach in einer dreiköpfigen Spitzengruppe wiederzufinden. Wieder einmal war noch mein Ausreiss-Kollege aus dem Kraichgau, Valentin Vernz, dabei. Das Herz in die Hand genommen, versuchten wir es wieder, vorne weg zu fahren. Diesmal jedoch war die Nachführarbeit des Verfolgerfeldes zu gut und wir wurden nach fünf Kilometern eingeholt. Danach schlief das Tempo etwas ein und weitere Verfolger schlossen auf, so dass es mal wieder ein grosses Hauptfeld gab. Leider war es ein sehr enger und technischer Kurs, so dass es einige Stürze gab. Ich konnte mich zum Glück aus allem raushalten indem ich mich immer an der Spitze des Feldes aufhielt.

Der zweite Wechsel mit etwa 45 Athleten in der Wechselzone war entsprechend chaotisch. Als einer der ersten zog ich meine Laufschuhe an. Als ich loslaufen wollte, kamen aber immer noch weitere Athleten mit dem Rad durch die Wechselzone, so dass ich mich wie in einem Hindernisrennen durch die Athleten und Räder schlängeln musste. Zweimal kam ich fast zu Sturz und verlor viel Zeit. Circa zehn Sekunden hinter der Spitze des Feldes musste ich diesen Rückstand erst einmal wieder aufholen. Zusammen mit Sven Riederer (SUI) und Richard Murray (RSA) konnten wir das jedoch nach eineinhalb Kilometern schaffen. Eine siebenköpfige Spitzengruppe mit Steffen Justus, Gregor Buchholz, Bryukhankhov, Riederer, Murray, Bob Haller (LUX) und mir entstand. Das Tempo war stetig hoch bis Murray nach vier Kilometern den Hammer auspackte und beschleunigte. Dabei fiel die Spitzengruppe auseinander. Um es kurz zu machen, musste ich danach ziemlich leiden und kam als Siebter in Ziel.


Das bedeutete ausserdem den tollen dritten Platz in der Deutschen Meisterschafts-Wertung hinter Gregor Buchholz und Steffen Justus. Für mich ein sehr zufrieden stellendes Ergebnis. Ich bin sehr glücklich, dass ich jetzt vier Wettkämpfe auf tollem Niveau an vier aufeinander folgenden Wochenenden absolvieren konnte. Ein deutlicher Schritt nach vorne in meiner Karriere. Jetzt gibt es tatsächlich mal wieder ein Wochenende ohne Wettkampf bevor dann in zwei Wochen die EM und in zwei Wochen das WM-Rennen in Hamburg ansteht. Für mich läuft jetzt alles locker-leicht ohne Druck. ;-)


2015-06-20

Zytturm Triathlon Zug

Zum zweiten Mal war ich am Start beim Zyturm Triathlon Zug. Die Kombination aus Format, Zuschauern, Strecke und Ambiente macht den Wettkampf zu meinem Lieblingswettkampf. Das Besondere: Es müssen zwei kurze Triathlons hintereinander absolviert werden, also 300m Schwimmen, 5km Rad, 2km Lauf, 300m Schwimmen, 5km Rad, 2km Lauf.


Beim ersten Schwimmen machte ich direkt Druck und sorgte für eine sechs-köpfige Spitzengruppe beim ersten Radfahren. Wir arbeiteten gut zusammen und wussten deshalb, dass der Sieger aus dieser Gruppe kommen würde. Der erste Lauf diente zum Abtasten der gegnerischen Schwächen. Ein paar Angriffe später waren wir zu viert beim dritten Wechsel.

Das zweite Schwimmen wollte ich eigentlich zum grossen Angriff nutzen um vor allem Sven Riederer, den grossen Favoriten, abzustellen. Das war vielleicht in der Theorie super aber die Praxis sah anders aus. Als ich wieder ins Wasser sprang merkte ich sofort, wie viel Kraft der erste Triathlon schon gekostet hatte. Ich hatte schlicht keine Kraft mehr für eine Tempoverschärfung. Trotzdem schwamm ich so schnell es ging an der Spitze des Feldes um als erster zum vierten Wechsel zu kommen. Das zweite Mal auf dem Rad hätte kein grösserer Kontrast zum ersten mal sein können. Alle halbe Minute wurde angegriffen, vor allem von Patrick Rhyner und Sven Riederer. Das war ganz schön hart, doch konnte ich alle Angriffe parieren. Alles wurde also auf dem letzten Lauf entschieden, so wie es die Zuschauer lieben. Die erste Verschärfung kam von Sven, die zweite von mir. Bis 700m vor dem Ziel hatte ich die Sieganwärter schon auf zwei reduziert. Doch dem letzten, unglaublichen Antritt von Sven hatte ich nichts mehr entgegenzusetzen. Die letzten 500m lief ich dann immer ca. 10m hinter ihm, konnte aber nicht mehr aufschliessen.

Am Ende steht also der zweite Platz, zwei Sekunden hinter Sven. Das ist ein super Ergebnis, nur sechs Tage nach dem Weltcup in Mexico. Die letzten zwei Wochen liefen einfach wie am Schnürchen. Nach dem Rennen durfte ich noch zu meiner dritten Doping-Kontrolle innerhalb von sechs Tagen. Es freut mich, dass das System zumindest bei mir in dieser Woche so gut funktioniert.


2015-06-14

Weltcup Huatulco

Die perfekte Woche

Die perfekte Woche ging bereits mit der Anreise am Mittwoch los. Die 23h Reise von Zürich nach Huatulco vergingen mit Jolanda wie im Flug. Hatte ich vor dem Flug noch etwas schwere Beine vom Bundesligarennen im Kraichgau, merkte ich nach dem Flug, wie gut sie sich auf einmal anfühlten. Das Klima in Mexico war zunächst sehr erdrückend, besonders wegen der hohen Luftfeuchtigkeit. Wir hatten jedoch Glück, dass es erst mal viel regnete und somit wenigstens die Temperaturen nicht in astronomische Höhen kletterten. Der ganze Aufenthalt wirkte eher wie ein schöner Urlaub, so dass ich fast keine Gedanken an den anstehenden Wettkampf verschwendete. Dementsprechend locker und gelöst ging ich an den Start.


Am Wettkampftag gab es zum ersten mal komplett blauen Himmel und die Bedingungen versprachen, extrem heiss und feucht zu werden. Da Jolanda vor mir bereits völlig überraschend zweite geworden ist, wusste ich, dass wir alles richtig gemacht haben mussten. Nach dem Schwimmstart kam ich sehr gut weg und war bereits nach zehn Metern an der Spitze des Feldes. Da ich dadurch schon dem schlimmsten entkommen war, schwamm ich erstmal nicht mehr ganz am Anschlag. Schnell bildete sich eine Vier-Mann-Front, in der ich locker mitschwimmen konnte. Kurz vor der ersten Boje zog dann ein Athlet an und ich legte einen kurzen Sprint ein um komfortabel unter den ersten dreien um die Boje zu schwimmen. Danach schwamm ich kontrolliert gemeinsam mit dem späteren Sieger an der Spitze. Zum ersten mal seit langem konnte ich mal wieder als erster aus dem Wasser steigen. Das stimmte mich schon sehr zuversichtlich.

Auf dem Rad ergab sich zunächst eine kleine Spitzengruppe, aber relativ schnell fuhr das gesamte Feld zusammen. Die Radstrecke ist die härteste, die ich je gesehen habe. Die Schlüsselstelle war ein Anstieg, der so steil war, dass ich mit meiner Übersetzung fast gar nicht drüber gekommen bin. Direkt vor dem Berg war eine S-Kurve auf frisch verlegtem Asphalt. Wegen der extremen Hitze war der Asphalt aber noch weich und bremste einen so runter, dass man völlig ohne Schwung den Berg in Angriff nehmen musste. Immer an dem Berg war ich absolut an meiner Grenze, kurzzeitig musste ich sogar abreissen lassen, konnte mich aber später wieder ins Feld zurückfahren.

Als einer der ersten wechselte ich auf die Laufstrecke. Zwei Athleten liefen vorne weg und hatten schnell einen Vorsprung von ein paar Sekunden aber ich war überrascht, dass ich bereits am Anfang um den dritten Platz mitlaufen konnte. Normalerweise ist eher die zweite Hälfte des Laufes mein Metier. Die Laufstrecke war auch gespickt mit vier Hügeln, was mir liegt. Einer der beiden Führenden musste dann etwas Federn lassen und ich konnte um den zweiten Platz kämpfen. Am letzten Berg konnte ich die entscheidende Attacke setzen und mich entscheidend von meinen Verfolgern absetzen. Auf den letzten Metern wurden die Beine dann wie Pudding, das lag vor allem an der brutalen Hitze und Luftfeuchtigkeit. Das machte mir insofern Angst, als dass der Führende im letzten Jahr 50m vor dem Ziel umkippte und somit den Sieg hergeben musste. Ich konnte aber einen Vorsprung von zwei Sekunden auf Thomas Springer aus Österreich retten und lief jubelnd und überglücklich als Zweiter ins Ziel.


Zum ersten Mal durfte ich eine Siegerehrung bei einem internationalen Wettkampf mitmachen und dann auch noch direkt bei einem Weltcup. Auch dass Jolanda genau wie ich zweite wurde, macht das Märchen erst perfekt. Ich kann immer noch nicht glauben, was in dieser perfekten Woche passiert ist.



2015-06-06

Bundesliga Kraichgau

Das zweite Jahr in Folge machte die Bundesliga Station im Kraichgau. Erneut im Rahmen des Ironman Kraichgau, was viele Zuschauer an die Strecke spült. Der Wettkampf startete zur "Prime Time" um 20.15 Uhr.

Beim Schwimmen kam ich ohne besonders gut oder schlecht zu sein durch und als siebter an Land. Schnell formte sich eine etwa 20-köpfige Spitzengruppe. Direkt in der ersten Runde wollte ich mal etwas wagen und bin zusammen mit einem weiteren Athleten ausgerissen aus dem Feld. Etwa 2km konnten wir uns halten, wurden dann aber doch wieder eingeholt. Danach schlief das Tempo in der Spitzengruppe völlig ein und die Verfolger konnten aufschliessen. Ein 50 Mann grosses Hauptfeld war die Folge. Da ich aber keine Lust hatte, nur im Hauptfeld mitzurollen, und in einer risikofreudigen Stimmung war, fasste ich mir ein Herz und attackierte ein weiteres mal. Als ich nach einer halben Minute zurückschaute sah ich dass das Feld wieder an meinem Hinterrad klebte. Der Angriff war wohl verpufft. Ich fuhr also nur noch schnell und aggressiv durch eine Kurvenkombination um vielleicht noch ein paar Beinen wehzutun. Danach war plötzlich Valentin Wernz neben mir und schrie, dass wir eine Lücke zum Feld hatten. Also versuchten wir beide es, wegzufahren. Absolut am Anschlag wurde die Lücke von ein paar Metern am Anfang immer grösser. Zum Schluss des Radfahrens und nach zehn Minuten Anschlag kamen wir mit 15 Sekunden Vorsprung in die Wechselzone.

Wie ich es im Training schon geübt hatte, versuchte ich nach dem harten Radfahren noch richtig schnell loszulaufen. Relativ schnell konnte ich auch Valle distanzieren. Doch nach kurzer Zeit machte sich der Ausreissversuch auf dem Rad bemerkbar und die Beine wurden schwerer. Nach einer Runde wurde ich bereits von Richard Murray überholt und am Ende lief ich als Zwölfter ins Ziel.

Der Lauf war sicherlich nicht mehr der schnellste, aber ich hatte unheimlich Spass daran, zu attackieren und bin stolz, dass ich den Ausreissversuch durchgezogen habe. So konnte ich den vielen Zuschauern an der Strecke immerhin ein spannendes Rennen bieten und etwas Werbung auch für die Bundesliga und die Kurzdistanz machen. Es ist immer wieder ein Vergnügen, im Kraichgau zu starten.


2015-05-03

Europacup Antalya

Nach zwei missglückten Kontinental-Cups am Anfang der Saison musste ich noch mal zu einem Europacup fliegen, um mein Punktekonto doch noch ein bisschen aufzustocken. Die Wahl fiel aufgrund der einfachen und billigen Anreise auf Antalya, wo ich bereits vor zwei Jahren teilgenommen habe. Erst im Nachhinein hat sich herausgestellt, dass dort der Britische Verband einen Qualifikationswettkampf für Olympia austrägt. Ergebnis war der best besetzte Europacup, den ich je gesehen habe.

Das Schwimmen war relativ unspektakulär. Relativ gut weggekommen war es auf dem Weg zur ersten Boje dann doch relativ schwer und ich musste mich ein bisschen durch die Meute kämpfen. Dann konnte ich mich etwa vom 20. Platz noch auf den neunten Platz nach vorne schwimmen.

Nach einem zügigen Wechsel bildete sich eine etwa zehnköpfige Spitzengruppe und eine ca. 25 Mann starke Verfolgergruppe mit den schnellsten Läufern. Nach einer von acht Runden betrug der Vorsprung 20 Sekunden. In der Spitzengruppe lief es nicht immer ganz rund, da nur etwa die Hälfte von uns wirklich für ein gleichmässig hohes Tempo arbeiteten. Der Rest hatte wohl noch den Tag der Arbeit in Erinnerung und machte sich einen schönen Tag in unserem Windschatten. Meine Form auf dem Rad ist zwar immer noch nicht sehr gut aber ich fuhr nach dem Motto "man braucht keine Form um seine Beine zerstören zu können" ;-). Durch die wechselnd gute Zusammenarbeit schwankte der Vorsprung auf die Verfolgergruppe während der gesamten 40km zwischen 15 und 20 Sekunden. In der zweiten Wechselzone waren dann noch zehn Sekunden und wenig Kraft in meinen Beinen übrig.

Also schnell in die Laufschuhe, dabei noch mein Rad samt Ständer umgeschmissen, und erstmal die Beine ein bisschen warm laufen. Am Anfang habe ich mir auch gleich mal ein bisschen den Gluteus gezerrt. Nach einer von vier Runden, nachdem mich die ganzen schnellen Briten aus der zweiten Verfolgergruppe auch überholt hatten, fand ich mich so an Position zehn wieder. Dann fand ich aber einen richtig schönen und lockeren Schritt und konnte mich sukzessive nach vorne arbeiten. Nach der Hälfte des Laufes ging es dann richtig los und ich konnte sogar die Lücke zu den läuferisch sehr starken Briten etwas schliessen und weitere Gegner überholen. Am Ende lief ich auf einem tollen vierten Platz ein.


Das ist mal wieder ein richtig gutes Ergebnis gewesen. Die Saison kann also jetzt richtig losgehen. Nebenbei gab es natürlich noch gute Punkte und etwas Geld, sodass sich der Wettkampf voll gelohnt hat. Besonders gefreut hat mich, dass ich läuferisch gar nicht so weit von den Briten war, die läuferisch Weltklasse sind.


2015-04-19

Walliseller Triathlon

Der Walliseller Triathlon ist wohl der Wettkampf mit der kürzesten Anfahrt, die ich je haben werde. Zweieinhalb Minuten mit dem Rad ist wahrlich eine entspannte Anreise.

Dieses Jahr wollte ich den Wettkampf als guten und harten Trainingswettkampf mitnehmen. Einmal gehörig die Rohre durchpusten sozusagen. Dementsprechend habe ich auch bis am Tag vorher voll mein Training durchgezogen und war noch nicht sehr frisch.

Beim Schwimmen konnte ich gut vorne mitmischen und auf meiner Schwimmbahn (Hallenbad) die ganzen 600 Meter anführen. Das war schon mal ganz ordentlich, auch wenn ich mich natürlich ziemlich verausgaben musste. Am Ende standen gute 6:53 für die 600m auf der Uhr.

Durch das schnelle Schwimmen gab es eine fünfköpfige Spitzengruppe. Leider ist meine Radform noch nicht sehr ausgeprägt. Das heisst das ich die gesamten 15km am Anschlag fahren musste und auch nicht so viel mitarbeiten konnte, wie ich es sonst kann und auch gerne tue. Als dann noch eine vierköpfige Gruppe zu uns aufschloss wurde es am letzten Anstieg nochmal so hart, dass ich abreissen lassen musste und mit 15s Rückstand in die zweite Wechselzone kam.


Beim Laufen konnte ich mir die ganze erste Gruppe erst mal von hinten anschauen. Aber meine Laufform war dann doch wieder ganz gut und ich konnte noch sechs Plätze gut machen um auf den vierten Rang ins Ziel zu laufen. Mit ähnlichen Laufzeiten wie der zweite und dritte hätte ich bestimmt auch ums Podium mit sprinten können, wäre ich auf dem Rad dran geblieben. Das nächste mal wird es dann wieder in allen Disziplinen besser. Auf jeden Fall ist eine sehr positive Tendenz zu erkennen und die Formkurve steigt weiter. Das macht Spass so! ;-)


2015-03-21

Europacup Portugal

Nach dem unglücklichen Ausscheiden in Ägypten war mir das Glück leider auch weiterhin nicht hold. In Ägypten hatte ich mich die ganze Zeit darum gesorgt, nichts falsches zu essen, da dort die Gefahr besteht, Durchfall zu bekommen. Passend hat es mich dann genau zwei Tage später in der Schweiz erwischt. Kurz gesagt habe ich meinen Magen wegen einer Lebensmittelvergiftung einen ganzen Tag lang immer wieder geleert. Selbst wenn er schon leer war. Ich habe mich zwar relativ schnell wieder regeneriert, aber im Training doch gemerkt, dass die Kraft in den Muskeln dadurch komplett verschwunden war.

Drei Tage später stand dann schon der Europacup in Quarteira an. Obwohl ich mich vor dem Wettkampf bei lockeren Trainingseinheiten schon wieder gut gefühlt habe, hat es mich dann im Schwimmen übel erwischt. Nach ca. zehn Metern war die Kraft eigentlich komplett weg und ich habe mich nur ein bisschen mit treiben lassen können. Als ich dann schon im hinteren Teil des Feldes war wurde mir an der ersten Boje auch noch das erste Brillenglas geflutet und an der zweiten Boje das zweite. Da ich nichts mehr gesehen habe, musste ich also kurz anhalten um meine Brille wieder aufzusetzen. Da habe ich mich zum ersten mal in meinem Leben ganz hinten in einem Feld wiedergefunden. Ohne Kraft konnte ich dann auch nur gerade so dranbleiben und nichts mehr gutmachen.

Beim Radfahren habe ich dann versucht, wenigstens noch das Beste daraus zu machen. Tatsächlich habe ich es geschafft, mit viel eigenem Einsatz und Motivationsarbeit immer die Gruppe zu organisieren, in der ich gerade war. So konnte ich tatsächlich das gesamte Feld bis auf drei ausgerissene Franzosen wieder einfangen.

Beim Laufen konnte ich die erste Hälfte noch mehr schlecht als recht im vorderen Feld mitlaufen, aber dann hat auch da die Kraft deutlich nachgelassen. Von den Top 15 wurde ich dann noch deutlich auf Platz 34 durchgereicht.

Die Lebensmittelvergiftung in Verbindung mit einer noch nicht voll ausgereiften Form hat mir im Endeffekt das Genick gebrochen. Das waren jetzt leider schon drei Wettkämpfe in Folge ohne Ergebnis. Das Glück kommt aber bestimmt auch wieder zurück, vielleicht ja gleich zusammen im Paket mit meiner Form. Dann gibt es wieder positive Dinge zu lesen. Versprochen...


2015-03-14

Africa Cup Ägypten

Zum ersten mal ging es für mich auf den afrikanischen Kontinent. Das Ziel der Reise war ganz klar. Ranglisten-Punkte sammeln um in der WM starten zu können.

Bis zum Renntag lief eigentlich alles ganz gut. Ich habe meinen ersten soliden Trainingsblock durchgezogen und war zumindest in einer passablen Form. Gut genug für ein so dünn besetzten Wettkampf.

Der Wettkampftag gestaltete sich dann aber alles andere als gut. Auf dem Weg mit dem Rad zum Wettkampf musste ich eins von vielen Löchern in ägyptischen Strassen überspringen. Dabei hat sich mein Schaltwerk in den Speichen verfangen und ist dabei samt Schaltauge abgebrochen. Dabei wurde auch das Schaltwerk verbogen und war erstmal nicht mehr zu gebrauchen. Nach anfänglicher Panik und Resignation fuhr ich dann doch mal mit dem Taxi zum Wettkampf um mir eventuell wenigstens ein Rad von einem Hobby-Sportler ausleihen zu können. Der mauritianische Trainer hat mir auch sofort seines angeboten. Allerdings hat mir ein Mechaniker tatsächlich provisorisch ein anderes Schaltauge angebaut und das Schaltwerk wieder hingebogen, so dass es aussah, als würde es halten. Zwei Minuten vor Ende des Check-In fuhr ich also noch mal 400m um die Schaltung zu testen und tatsächlich funktionierte sie da einwandfrei.

Also ab an den Start. Mit 20 Athleten war das Schwimmen sehr überschaulich und es tat sich nicht viel bis auf dass wir ersten sechs einen Vorsprung von etwa 15s heraus schwammen. Also rauf aufs Rad und sofort angefangen, die Gruppe zu organisieren um den Vorsprung zu vergrössern. Nach der ersten Welle in der Strasse und dem ersten Schaltvorgang hat sich dann leider mein Schaltwerk doch wieder irreparabel verabschiedet. Den Rest des Rennens musste ich dann vom Streckenrand verfolgen und konnte meinen Zimmergenossen Neil aus Luxembourg anfeuern.

Das Pech hat mir leider einen Strich durch die Rechnung gemacht, ein paar einfach verdiente Punkte zu sammeln. Alles in allem ein Wochenende zum Vergessen. Vor allem auch weil es der schlechtest organisierte Wettkampf war, den ich je bestritten habe. Am Donnerstag vor dem Rennen angereist war weder Uhrzeit noch Kurs des Rennens bekannt. Mehr braucht man nicht dazu sagen.


2015-02-02

Winterzeit-Lernzeit

Für fast jeden Sommersportler ist die Winterzeit Grundlagenzeit. Das heisst, dass man sehr viel im moderaten Belastungsbereich trainiert um zum einen natürlich die Ausdauer zu erhöhen, aber auch um die Belastungsverträglichkeit und die Regenerationsfähigkeit zu verbessern. So gesehen baut die ganze Saison auf dem Winter auf (“Champions werden im Winter gemacht”).

Für mich jedoch bat sich diese Chance in den letzten vier Jahren nicht. Da ich immer im Januar und Februar Prüfungen an der ETH Zürich habe, muss ich mich ab Weihnachten darauf vorbereiten. Das heisst ab den Weihnachtsfeiertagen täglich acht Stunden lernen. Sieben Tage in der Woche. Bis zum Ende der Prüfungen Ende Januar oder Mitte Februar.

Dieses Jahr hatte ich das besondere Glück, dass ich meine Prüfungen direkt zu Beginn der Prüfungssession hatte, sodass ich von Ende Januar bis Mitte Februar tatsächlich einmal nichts für die Uni zu tun habe. Das ist sehr selten an dieser Universität.

Jetzt habe ich also zweieinhalb Wochen um einmal ganz entspannt nur dem Training nachzugehen und meine Form wieder aufzubauen. Die Zeit verbringe ich in Erlangen bei Familie und Freundin. Es ist echt entspannend, mal keine Doppelbelastung zu haben.

Also Feuer frei fürs Training...


2014-09-28

Weltcup Alanya

Nicht viel positives gibt es vom Saisonabschluss zu berichten. Mitten im Hauptfeld beim Radfahren hat leider ein weissrussischer Athlet seinen Sattel verloren. Der vor mir Fahrende hat daraufhin stark gebremst und gelenkt und mich dabei abgeräumt. Dabei kam ich bei ca. 45 km/h zu Fall. Da das mitten im Feld war, konnten die hinter mir Fahrenden natürlich nicht ausweichen und sind voll in mich hineingefahren. Ich hatte aber sehr viel Glück im Unglück. Im Krankenhaus wurde festgestellt, dass ich ausser Prellungen und Abschürfungen keine schlimmere Verletzung hatte.

Das schönste an dem kurzen Aufenthalt in der Türkei war dann die End-of-Season Party am Abend. Mit Freunden aus der ganzen Welt feierten wir das Ende der Saison bis tief in die Nacht. Das muss man sich auch mal gönnen. ;)


2014-09-21

Europacup Madrid

Der Europacup in Madrid sollte für mich ein paar wichtige Weltranglisten-Punkte bringen, die mich näher an einen sicheren Startplatz in der Weltmeisterschafts-Serie bringen. Da ich nicht zwei Tage vorher anreisen konnte, da ich noch Vorlesungen in der Uni hatte, verpasste ich das obligatorische Wettkampf Briefing. Die Wettkampfordnung der Internationalen Triathon Union besagt, dass der Athlet, also ich, sich in einem solchen Falle als letzter seinen Startplatz auf dem Pontoon aussuchen darf. In den meisten Rennen ist das nicht sonderlich schlimm, wenn man einer der besseren Schwimmer ist. Dieses mal war die erste Boje aber so unfair gesetzt, dass der schlechteste Platz auf dem Pontoon ca. zehn Meter weiter zur Boje hatte als der beste Platz. Dreimal dürft ihr raten, wo ich mich als letzter noch hinstellen konnte.


Folge meiner Strafe war also, dass ich an der ersten Boje ersteinmal ins Geprügel kam. Einmal durch die Waschmaschine durch, konnte ich mich aber Stück für Stück nach vorne arbeiten und am Ende unter den Top Fünf aussteigen. Beim Wechsel und auf den ersten Rad-Metern investierte ich diesmal nicht alles denn kurz nach der Wechselzone ging es bereits das erste mal den in jeder Runde zu bewältigenden 500m langen Berg herauf. Gleich beim ersten mal riss auch das Feld und eine 15-köpfige Spitzengruppe formierte sich, mit meiner Wenigkeit. Durch eine gute Zusammenarbeit konnten wir den Vorsprung auf das Hauptfeld Runde für Runde auf schliesslich zwei Minuten ausbauen. Lediglich ein einzelner Athlet aus Grossbritannien fuhr noch in Schlagweite mit einer Minute Rückstand in die zweite Wechselzone.

Das Rennen wurde also zwischen den 15 Mann der Spitzengruppe und dem Briten ausgemacht. Ich wählte die sichere Taktik und ging den Lauf ganz gemütlich an. Als ich nach 3km schon einen gehörigen Rückstand zur Spitze aufgebaut hatte, zündete ich dann auch mal den Turbo. Ab dann lief ich praktisch genau so schnell wie die Spitze. So holte ich auch noch den ein oder anderen Athleten ein. 400m vor dem Ziel holte mich dann noch der besagte Brite ein und ich nahm sein Tempo auf. Zum Glück habe ich auf den zwei Kilometern davor ein wenig Kräfte sparen können und ich fühlte mich gewappnet für einen Zielsprint. 200m vor dem Ziel sprintete ich also wie ein blöder los. 50m später drehte ich mich zum ersten mal um, der Brite hatte mir nichts entgegen zu setzen. Ich musste also nicht mal bis zum Ende durchziehen.

Für mich sprang am Ende der fünfte Platz heraus. Das bedeutet wichtige Punkte für mich und meine finanzielle Bilanz des Wettkampfes stimmt auch. Dementsprechend bin ich sehr zufrieden mit dem Rennen und dem Ergebnis.


2014-09-07

Deutsche Meisterschaft

Bundesligafinale und Deutsche Meisterschaft am Maschsee

Die Vorbereitung für die diesjährige Deutsche Meisterschaft hätte ich wahrscheinlich nicht viel suboptimaler gestalten können. Im Sommer hatte ich wegen der Prüfungen sechs Wochen ohne regelmässiges Training. In den zwei verbleibenden Wochen, in denen ich uneingeschränkt Zeit hatte, habe ich dann extrem hart und viel trainiert. Die Deutsche Meisterschaft sollte nur als ein Trainingswettkampf in Vorbereitung auf den anstehenden Saisonabschluss gelten. Von dem vielen kräftezehrenden Training wurde ich leider drei Tage vor dem Wettkampf krank und musste auch noch eine Pause bis zum Wettkampf einlegen. Ich ging also ohne Erwartung in den Wettkampf, wollte nur mein Team, das Bromelain POS Team Saar, im Bundesligafinale unterstützen.
Ich konnte mich beim Schwimmstart ganz innen positionieren, so dass ich frei schwimmen konnte. Ohne grosse Mühe war ich schnell an der Spitze des Feldes. An dritter Position schwamm ich um die ersten Bojen. Auf der zweiten Hälfte war dann doch etwas die Luft raus, ich wurde noch von zwei anderen Athleten überholt und entstieg als fünfter dem Wasser.

Nach dem Wechsel musste ich erst einmal eine Lücke zu der ca. 30m vor mir fahrenden Dreiergruppe schliessen. Aber das kann ich mittlerweile ganz gut, das unmittelbare maximale Antreten nach dem Wechsel. Nach ein paar Kilometern bildete sich eine ca. 20 Mann umfassende Spitzengruppe. Da viele gute Läufer in der Verfolgergruppe sassen, arbeitete ich stetig mit, um den Vorsprung zu wahren. Nach Steffen Justus habe ich wahrscheinlich am meisten Arbeit geleistet. Wenn ich an einem Wettkampf teilnehme, möchte ich ihn auch mit prägen und nicht einfach nur im Windschatten anderer auf das Laufen warten.
Als einer der ersten der Gruppe wechselte ich in die Laufschuhe. Beim Laufen war ich dann doch noch nicht so fit. Die ersten Meter gingen noch und ich konnte nicht allzu weit hinter der Spitze laufen, dann verliess mich jedoch die Kraft und auch die schnellsten Läufer aus der Verfolgergrupppe holten mich noch ein. Bei dem Wettkampf ging es neben der Bundesligawertung ja auch um die Titel der Deutschen Meisterschaft. Das Podium in der offenen Wertung musste ich beim Laufen relativ schnell aufgeben, jedoch war immer noch der Titel in der U23 drin. Bei einem Kilometer vor dem Ziel holte mich der zweite U23 Athlet Ian Manthey ein. Zu meinem Vorteil konnte ich vor dem Aufschluss ein bisschen Kräfte sparen während er aus der Verfolgergruppe nach vorne laufen musste. Ich lief also mit ihm mit und konnte ihn dann auf der Zielgeraden durch einen harten Antritt abschütteln. Ich musste dann noch nicht einmal bis ins Ziel durch sprinten.

Das Ergebnis ist als der Deutsche Meistertitel in der U23. Nach dem zweiten Platz vor zwei Jahren und dem dritten Platz letztes Jahr konnte ich nun im letzten Jahr meinen Medaillensatz komplett machen. Nebenbei war es der fünfte Platz in der Elite Wertung und der 11. Platz in der Bundesliga. Jetzt muss ich nur noch meine Krankheit ganz auskurieren und noch ein paar schnelle Einheiten machen, dann bin ich auch fit für die letzten beiden Wettkämpfe der Saison: Europacup in Madrid und Weltcup in Alanya.


2014-07-20

Europacup Genf

Zum Abschluss des ersten Teils der Saison fuhr ich mehr aus Spass noch nach Genf zum Europacup. Da ich die ganze vorangehende Woche Möbel schleppen musste aufgrund meines Umzuges, hatte ich natürlich keinerlei Erwartung an meine Leistung.

Beim Schwimmen konnte ich leider nicht ganz die Beine von Über-Schwimmer Raoul Shaw aus Frankreich halten. An der Spitze der Verfolger kam ich aber an guter Position aus dem Wasser. Relativ schnell hatten wir drei französische Ausreisser wieder eingesammelt. Leider war das Tempo nicht allzu hoch, so dass die Gruppe immer weiter anwuchs und am Ende des Radparts ca. 30 Mann umfasste. Die Radstrecke war am Anfang sehr nass und ich musste feststellen, dass meine Reifen sehr schlecht sind unter solchen Bedingungen. In jeder Kurve bin ich nur rumgerutscht und am steilen Berg, sechs mal zu bezwingen war, drehten zum Teil meine Räder durch. Das war alles andere als komfortabel und so musste ich mich zu Begin damit begnügen, zu Versuchen, überhaupt nur in der Gruppe zu bleiben. Als die Strecke nach und nach abtrocknete, konnte ich auch wieder durch eine gute Kurventechnik überzeugen.

Langsam losgelaufen und schon auf Platz 15 zurückgefallen, sammelte ich auf der zweiten Hälfte des Laufes Athlet um Athlet wieder ein. Kurz vor dem Ziel lief ich auf eine Dreiergruppe mit Positionen 5, 6, 7 auf. Ein paar Schritte ausgeruht, setzte ich mich dann mit Christopher Hettich aus Deutschland an die Spitze dieser Gruppe und wir erhöhten das Tempo sukzessive bis die beiden Mitstreiter abreissen lassen mussten. Es kam also zum Zielspurt unter Deutschen. Ich muss sagen, dass sich Christopher taktisch besser verhalten hat als ich und kurz vor der letzten Kurvenkombination angetreten hat. Das Loch konnte ich nicht mehr schliessen und so lief ich als sechster in Ziel.

Für die anstrengende Umzugswoche und dafür, dass ich schon lange nicht mehr wirklich konstant trainiert habe, ist das ein sehr erfreuliches Ergebnis. Das gibt ein paar ITU Punkte und ein bisschen Geld. So wie ich mir das vorgestellt habe.


2014-07-13

WTS Hamburg

Triathlon-Festival in der Hansestadt

Das Heimrennen in Hamburg wird ist für mich immer das Highlight der Saison und deswegen auch besonders gut vorbereitet.

Durch meine relativ hohe Startnummer, war ich gezwungen, mich relativ weit aussen auf den Ponton zu stellen, was einen längeren Weg zur ersten Boje bedeutet. Durch einen guten Start, der absolut an der Grenze zum Frühstart war, bin ich gut weggekommen und konnte praktisch vor den meisten anderen Schwimmern kreuzen und mich so zu den guten Schwimmern hin orientieren. Schnell fand ich Henri Schoeman, der am Ende als erster aus dem Wasser steigen sollte. Kurze Zeit neben ihm geschwommen, musste ich jedoch dann einen halben Meter nachlassen und wurde sofort vom extrem dichten Feld “verschluckt”. Nachdem von hinten an mir gezogen wurde und ich etwas malträtiert wurde, musste ich Schoeman ziehen lassen. Plan B war dann, sich möglichst weit nach rechts durchzuprügeln, um den Vorteil zu erlangen, innen um die Boje zu schwimmen. Dies gelang mir gut. Auf dem Rückweg zum Schwimmausstieg musste ich leider noch ein paar Positionen hergeben, da ich schon relativ kaputt vom harten Anschwimmen war.

So kam ich als 14. aus dem Wasser und durch einen schnellen Wechsel war die erste Gruppe noch in Sicht. Also nahm ich mein Herz in die Hand, schaltete ein paar Gänge hoch und betterte mit Höchstgeschwindigkeit an ein paar Athleten vorbei, die es wohl erstmal ruhig angehen lassen wollten. Selbst Jonathan Brownlee, der nach mir aus der Wechselzone kam, hat sich an mein Hinterrad geheftet und wurde so mit in die erste Gruppe gezogen. Gleich in der ersten Runde wollte ich durch viel Tempoarbeit dafür sorgen, dass nicht allzu viele Athleten noch den Anschluss an die erste Gruppe finden. Das kostete allerdings so viel Kraft, dass ich Ende der ersten Runde so kaputt war, dass ich um Haaresbreite nach einer Kurve den Anschluss verloren hätte. Eine weitere halbe Runde Erholung im Windschatten, und ich konnte wieder gut mitarbeiten. Insgesamt konnten wir den Vorsprung auf die erste Verfolgergruppe auf 35 Sekunden ausbauen.

Nach einem guten zweiten Wechsel konnte ich als zweiter aus der Wechselzone laufen. Ein absolut einmaliges Gefühl, so von den Zuschauern bejubelt zu werden. Davon hätte ich in Zukunft gerne mehr. Durch die viele Arbeit auf dem Rad war ich die erste Hälfte der Laufstrecke ziemlich verkrampft im Rumpfbereich und musste deswegen erst einmal einige Athleten ziehen lassen. In der zweiten Hälfte wurde es jedoch deutlich besser und ich konnte mein eigentliches Tempo laufen. So holte ich noch ein paar Athleten ein. Im Zielsprint mit drei anderen Athleten musste ich noch mal alles geben und die grössten Muskelschmerzen ertragen, die ich je im Wettkampf hatte. Mein Endergebnis war der 24. Platz.

Da ich keinen einzigen Fehler gemacht habe kann ich damit absolut zufrieden sein. Ich denke, dass ich damit genau die Leistung abrufen konnte, die ich momentan zu leisten im Stande bin. In der World Triathlon Series ist das Niveau mittlerweile so hoch, dass zehn Sekunden mehr oder weniger gleich auch zehn Plätze bedeuten. Und das Rennen in Hamburg war wohl das bestbesetzte Rennen seit Olympia 2012.


2014-06-23

Europameisterschaft Kitzbühel

Als einer der Saison-Höhepunkte war die Europameisterschaft in Kitzbühel dick im Kalender angestrichen. Dementsprechend gut vorbereitet ging ich in den Wettkampf. Die vorangehenden Tage fühlte ich mich schon gut und bereit dazu, ein tolles Ergebnis zu erzielen. Besonders motivierte mich die Tatsache, dass ich aufgrund meines hervorragenden Vorjahresergebnisses die Ehre hatte, mit Startnummer zwei ins Rennen zu gehen. Besonders am Start ist das ein Vorteil, da man sich so als zweiter seinen Platz auf dem Ponton aussuchen darf.

Europameisterschaft Elite

Am Start stand ich zwischen den beiden Top-Schwimmern Alessandro Fabian und Dmitry Polyanski. Da ich ein wenig Angst davor hatte, zwischen den beiden in eine Position zu kommen, aus der ich nicht mehr rauskommen könnte, entschloss ich mich, vom ersten Meter an alles zu geben, was ich konnte. Also begann mein Wettkampftag mit einem 25 Meter Sprint. Ich war zwar dann auch eine knappe Körperlänge vor dem Rest des Feldes, aber ich merkte sofort, wie mir das Laktat in Arme und Beine schoss und vor allem auch bereits ein leichtes Krampfgefühl im Bauchbereich. Dennoch konnte ich mich relativ schadlos im Bereich der Spitze des Feldes behaupten. Aufgrund relativ langsamen Tempos war das Schwimm-Feld leider eher in die Breite als in die Länge gezogen, eine für mich ungünstige Situation.

Dem Wasser als sechster entstiegen, versuchte ich meine neue taktische Variante einzubringen, und zwar den “Alistair-Brownlee-Spezial-Wechsel”. Das sieht so aus, dass ich vom Schwimmausstieg bis in die Wechselzone renne, als ob ich einen 400m Sprint absolvieren möchte. Dies hat mich einige Sekunden und Positionen nach vorne gespült. Nach ein paar Metern auf der Radstrecke überholte ich noch ein paar “parkende” Russen und war relativ schnell mit Alistair Brownlee alleine an der Spitze. Den ersten Berg hoch ging ich an meine Leistungs- und Schmerzgrenze, um dem Olympiasieger folgen zu können. Zuerst wechselten wir uns in der Führungsarbeit ab und nach und nach schlossen auch weitere Athleten des langgezogenen Feldes auf. Besonders gross war die Freude, als sich nach und nach auch die anderen Deutschen Justus Nieschlag, Jonas Breinlinger und Christian Otto an der Spitze zeigten und sich an der Führungsarbeit versuchten. Der immense Druck von Alistair Brownlee an der Spitze führte jedoch ab und an dazu, dass niemand überholen konnte und so die Zusammenarbeit stockte. Nach drei von sechs Runden mit mal mehr, mal weniger einiger Tempoarbeit schloss dann die nächste grosse Verfolgergruppe auf. Nun waren wir über 50 Mann im Feld und das Tempo schlief ein. Von da an versuchte ich, meine Beine und meinen Körper für die anstehende harte Laufentscheidung zu schonen.

Nach einem passablen Wechsel ging ich in den Top 30 auf die Laufstrecke. In dem Riesen-Feld, dass fast alle Starter umfasste, war es gar nicht leicht, sich nach vorne zu pirschen. Nach und nach rückte ich jedoch schon auf Platz 20 vor. Eine Zeit lang lief ich mit Alessandro Fabian mit, von dem ich dachte, er könnte auch noch in die Top 10 vorlaufen. Da die Abstände dorthin nicht grösser als 10 Sekunden waren und wir erst fast keine Zeit verloren, kam mir das auch als realistisches Ergebnis vor. Nach ca. drei Kilometern wurde ich ungeduldig, und versuchte alleine mein Heil in der Flucht nach vorne. Ein paar Positionen verbessert und einen Kilometer später entpuppte sich das aber als Fehler. Plötzlich setzten Krämpfe im Magenbereich ein, dich ich schon am Anfang des Schwimmens erahnt hatte. Innerhalb kürzester Zeit wurden die Krämpfe so schlimm, dass ich nur noch ganz langsam joggen konnte und Platz um Platz verlor. Mit meinem Tempo zwischen Kilometer vier und acht wäre ich bestimmt von jedem Hobbyläufer überholt worden. Nachdem ich etwas Luft aus dem Bauch heraus befördern konnte, konnte ich plötzlich wieder so schnell laufen wie am Anfang. Leider half mir diese Blitz-Genesung auf den letzten zwei Kilometern auch nicht viel. Lediglich konnte ich mich noch vom 47. auf den ebenso indiskutablen 42. Platz vorarbeiten.

Diesmal habe ich immerhin eine Ahnung, was die Krämpfe verursacht haben könnte. Eventuell habe ich zu viel gegessen am Wettkampftag und deswegen könnte der Magen noch zu beschäftigt gewesen sein. Während der Ausbelastung beschwert er sich halt dann über zu wenig Blutzufuhr mit Krämpfen. Beim nächsten Wettkampf werde ich auf jeden Fall weniger und ballaststoffärmer essen vor dem Rennen.

Team-Europameisterschaft/Staffel

Am Tag nach dem Einzelrennen fand noch die Team-Europameisterschaft statt. Diese wird in einer Staffel ausgetragen, in der eine Frau, ein Mann, eine Frau und wieder ein Mann jeweils einen Mini-Triathlon von 200m Schwimmen, 10km Radfahren und 2,1km Laufen zu absolvieren haben. Das Format ist sowohl bei Athleten als auch bei Zuschauern sehr beliebt. Die Athleten können sich zur Abwechslung mal in den absoluten anaeroben Bereich begeben, sprich völlig in die Fresse hauen. Und für die Zuschauer bedeutet das Spannung pur, da immer etwas neues passieren kann mit so vielen Teilstrecken und Wechseln.

Auf dem Wege mit dem Rad zum Wettkampf bekam ich wieder starke Krämpfe im Bauchbereich. Das grosse Problem war natürlich, dass das Team auf mich baute. Kurzerhand wurde mir ein Espresso verordnet. Unter Würgen brachte ich das Heissgetränk den Rachen hinunter. Ich hasse eigentlich alles, was mit Kaffee zu tun hat. Immerhin wurde es dann bis zu meinem Start immer besser und war schon fast komplette verflogen.

Unsere erste Starterin und Vizeeuropameisterin aus dem Einzelrennen Sophia Saller legte gut vor und übergab nur wenige Sekunden hinter Österreich an zweiter Position auf mich. Hinter uns übergaben nur mit Sekundenabständen Italien und Ungarn.

Da ich für die Italiener und Ungarn nicht das Tempo im Wasser machen wollte und man auf 200m sowieso nichts herausschwimmen kann, liess ich es erstmal locker angehen und wir kamen zu dritt ca. 10 Sekunden hinter Österreich aus dem Wasser. Erneut konnte ich mich durch einen superschnellen Wechsel von meinen Mitstreitern zu nächst absetzten. Nach wenigen hundert Metern fuhren wir dann zu viert zusammen. Österreich, Italien, Ungarn und Deutschland. Eine super Zusammenarbeit führte dazu, dass wir einen Vorsprung von über einer Minute auf die Verfolger rausfuhren. Das bedeutete eine sichere Top Four Platzierung. Nach einem soliden Wechsel gingen wir zu viert auf die Laufstrecke. Das sehr hohe Tempo sorgte zuerst dafür, dass der Österreicher abplatzte. Zu dritt liefen wir in den steilen Anstieg, der auf der Laufrunde zu bewältigen war. Alessandro Fabian aus Italien konnte dabei angreifen und eine Lücke zu uns reissen. An der Kuppe konnte ich sofort wieder auf Höchstgeschwindigkeit umschalten und den Ungarn abschütteln. Auf den letzten Metern bergab und eben konnte ich das letzte Korn aus meinem Körper rausholen, den Rückstand auf Italien noch mal verringern und mit drei Sekunden auf Hanna Philippin übergeben.

Hanna machte ihre Sache auch super, ritt eine ihrer gefürchteten Attacken auf dem Rad, und übergab mit wenigen Rückstand auf Italien als Zweite. Alle anderen Mannschaften hatten keine Siegchance mehr. Justus Nieschlag als letzter Starter holte den Rückstand auf Italien wieder auf und es kam zur Laufentscheidung. Leider hatte der Italiener noch ein paar mehr Reserven und konnte am Berg vorentscheidend attackieren.

Der zweite Platz war dennoch eine tolle Leistung. Wir haben es als Team geschafft, keine Schwäche zu zeigen und immer in der aktiven Rolle zu bleiben. Das ganze wurde natürlich stilecht mit Champagner und am Abend bei der After-Race-Party gefeiert. Durch den Vize-Europameister-Titel mit dem Team endete auch mein Wochenende noch versöhnlich.


2014-06-14

Bundesliga Kraichgau

Nach meinen zwei krankheitsbedingten Absagen für die WM-Rennen in Japan und England war ich extrem heiss darauf, wieder einen Wettkampf zu machen und mir mal wieder richtig einzuschenken.

Im wunderschönen Kraichgau fand an diesem Wochenende der zweite Wettkampf der Bundesliga statt, den ich kurzfristig als Vorbelastung für die EM eine Woche später wählte. So konnte ich auch noch mein Bromelain-POS Team Saar unterstützen, das kurzfristig auf Olympiasieger Jan Frodeno verzichten musste.

Bis zwei Tage vor dem Wettkampf dauerte meine intensive und umfangreiche Vorbereitung für die EM. Noch am Donnerstag hatte ich sechs Stunden Training auf dem Plan stehen. Selbstredend war ich dann am Samstag noch relativ platt vom vielen Training.

Kaum in den See gesprungen merkte ich, wie wenig spritzig ich noch war. Zu Beginn musste ich mich erst einmal mit einem Platz im vorderen Mittelfeld begnügen. Um die beiden Wendebojen herum konnte ich mich jedoch mit einem taktisch tollen Maneuver an die dritte Position verbessern. Auf der zweiten Hälfte des Schwimmens war mein Motor dann auch warmgelaufen und ich konnte richtig Druck ins Wasser bringen, noch eine Position nach vorne springen und als zweiter das Wasser verlassen.

Auf dem Rad bildete sich eine 20-köpfige Spitzengruppe, mit der ich nach den ersten 2,5 Kilometern nur zehn Sekunden Vorsprung auf die Verfolger hatte. Wir arbeiteten aber alle gut zusammen und wechselten uns mit der harten Führungsarbeit ab, so dass wir unseren Vorsprung bis zum Ende der 20km auf 50 Sekunden vergrössern konnten. Ein so komfortabler Vorsprung, dass mich keiner der Verfolger mehr einholen würde.

Durch einen schnellen Wechsel konnte ich als erstes auf die Laufstrecke wechseln. Zu beginn hatte ich wieder einige Schwierigkeiten, meine Muskeln an das Laufen zu gewöhnen und die Müdigkeit der vorangegangen Trainingseinheiten auszuschütteln. So überholten mich auch erst einige Athleten bis ich nach der Hälfte der fünf Kilometer an Position zwölf lag. Dann wurde der Diesel in meinen Beinen endlich warm und das Tempo stieg stetig an. Nach und nach sammelte ich meine Kontrahenten wieder ein und verbesserte mich bis zum Ziel auf den sechsten Platz.

Für mich ist das ein tolles Ergebnis, da ich mich noch so müde gefühlt habe und meine Muskeln eigentlich gar nicht bereit waren für Höchstleistung. Das lässt mich eine glänzende Form erahnen, in der ich mich befinde. Durch die starken Leistungen meiner Teamkameraden Gregor, Niklas, Alexander und Jonas sowie meinem sechsten Platz konnten wir gesamt einen überraschenden zweiten Platz erreichen. Durch dieses grandiose Ergebnis rutschen wir auf den dritten Platz in der Gesamtwertung der Bundesliga und somit in den Kreis der Medaillenanwärter. Ich freue mich schon auf den nächsten Wettkampf.


2014-04-07

World Triathlon Auckland

Auftakt der Weltmeisterschafts-Serie in Neuseeland

Nach fünf Wochen in Australien und Neuseeland stand endlich das erste Rennen der Weltmeisterschafts-Serie in Auckland an. Vor dem ersten wichtigen Wettkampf ist sich natürlich jeder unsicher, wo man mit der aktuellen Leistung im internationalen Vergleich steht. Besonders für mich gab es noch viele Fragezeichen, da ich den Winter über wegen Prüfungen nicht so stetig trainieren konnte wie die meisten anderen Athleten. Zudem waren die Athleten aus Commonwealth Länder schon in Topform, da diese in Auckland ihre Qualifikation für die Commonwealth Games hatten.

Der Wettkampf startete für mich wie fast immer mit einem tollen Start, so dass ich erst einmal das Feld auf den ersten 200m anführte. Dann habe ich mich zur Spitzengruppe hin orientiert, die an der anderen Seite des Feldes gestartet war. Das heisst einmal von ganz links nach ganz rechts schwimmen. An Position vier kam ich gut platziert um die erste Boje. Die zweite Hälfte der ersten Schwimmrunde verlief leider nicht so glücklich. Ganz links aussen an der Gruppe schwamm ich im Sog eines Russen, der von einer angemessenen Geschwindigkeit wohl andere Vorstellungen hatte als ich und so wurden wir auf seiner rechten Seite von einigen Athleten überholt. Auch beim kurzen Landgang nach der ersten 750m Runde verpasste ich es leider, mich auf der vorteilhafteren rechten Seite des Feldes zu platzieren. Da hat das Laktat wohl schon zu geistiger Umnachtung geführt. Wegen der ungünstigen Position aussen im Rundkurs wurde ich noch von ein paar weiteren Athleten überholt. An Position 11 kam ich für meine Verhältnisse etwas zu weit hinten aus dem Wasser.

Trotz eines guten Wechsels verpasste ich gerade so die Spitzengruppe. Nach der ersten Runde in einer kleinen Drei-Mann-Gruppe schloss Steffen Justus zu uns auf und führte uns in der zweiten Runde gerade so an die erste Gruppe heran, dass wir am Fusse des extrem steilen Berges Anschluss fanden. Meine Beine schrien mir die kompletten ersten beiden Runden in den Kopf, warum ich Trottel denn mal nicht Schachspieler geworden bin. Das Aufholen hat uns dann auch so viel Kraft gekostet, dass wir am Berg sofort wieder abreissen lassen mussten. Zwar hatten wir einmal am süssen Geruchs des Erfolges in der ersten Gruppe gerochen, doch die Aufholjagt brach uns das Genick und wir fielen nach und nach in die erste Verfolgergruppe zurück. Dort angekommen war der brutale Radkurs nicht mehr ganz so schlimm, man musste “nur” noch an seine Leistungsgrenze gehen und nicht darüber hinaus. In einem richtigen Feld kann man eben auch mal für wenige Sekunden die Beine hochlegen, bevor man wieder den Berg hochhechelt oder nach einem Wendepunkt wie ein Bekloppter ansprinten muss. Trotzdem zehrt so eine Strecke natürlich bei allen extrem und wirkt sich auf die Laufleistung aus.

Die ersten Kilometer des Laufes ging ich betont verhalten an um nach dem harten Radfahren nicht zu “explodieren”, also erst mal Blinker gesetzt und praktisch “geparkt". Zuerst wurde ich deswegen auch von fast allen aus der Verfolgergruppe stehen gelassen. Nach und nach steigerte ich aber mein Tempo und lief zuerst mit einigen Athleten mit. So hoffte ich auf den “Express" nach vorne. Als ich mich nach eineinhalb Runden immer noch sehr locker fühlte, nahm ich das Heft in die eigene Hand und drückte meinen Turboknopf. Sofort löste ich mich von meinen Mitstreitern und sammelte dann nach und nach weitere ein. So konnte ich mich noch um ca. 15 Positionen verbessern und mit einem sehr guten Endtempo auf den 25. Platz vorlaufen. Im Zielsprint mussten dabei noch zwei unglückliche Seelen dran glauben.

Abschliessend muss man sagen, dass ich im Schwimmen mehr kann und auch zeigen muss. Man muss sich da besser positionieren, um sicher in der ersten Gruppe zu landen.
Die Radstrecke kam mir bestimmt nicht entgegen, aber ich habe mich dafür wacker geschlagen. Jede andere Beschreibung als “brutal” fände ich für den Kurs unangemessen.
Beim Laufen habe ich die progressive Taktik vielleicht etwas zu extrem ausgeführt und am Anfang eventuell eine schnellere Laufzeit verzockt. Dafür konnte ich hinten raus richtig schnell laufen und vor allem mal wieder einen problemfreien Lauf hinlegen.

Alles in allem ein stabiles Ergebnis, was in Zukunft mit ein bisschen mehr Erfahrung und ein bisschen mehr Druck auf dem Rad schnell in ein gutes Ergebnis umgewandelt werden kann. Vielen Dank für die gedrückten Daumen, in fünf Wochen steht in Yokohama das nächste Rennen der WM-Serie an. Dann heisst es “Big in Japan”.


2014-04-04

Trainingslager Australien/Neuseeland

5 Wochen am anderen Ende der Welt

Den kompletten März und eine Woche des Aprils war ich mit der Nationalmannschaft in Australien und Neuseeland um zu trainieren und um an zwei Wettkämpfen teilzunehmen.

Nachdem wir am Sonntagmorgen in Frankfurt los geflogen sind und am Montag Abend in Australien angekommen sind, mussten wir uns die ersten Tage an die Hitze und die Zeitumstellung gewöhnen. Die erste Woche verbrachten wir in einem Motel, bevor der erste Umzug in das Sports Super Center in Runaway Bay in der Nähe von Brisbane anstand.

In diesem Center waren die Trainingsbedingungen gut, das Schwimmbad direkt neben der Wohnung und der Känguru-Park zum Laufen nicht weit entfernt. Der Park schonte durch weichen Untergrund die Gelenke und Sehnen beim Laufen und bot eine tolle Kulisse, lief man doch jedes mal ca. 200 Kängurus über den Weg. Am Anfang musste man sich ein wenig daran gewöhnen, dass die Kängurus nicht sehr beeindruckt von uns Menschen sind und einen bis auf einen halben Meter rankommen lassen, bevor sie die Flucht ergreifen. Aber mit der Zeit gewöhnte man sich an die Verhaltensweisen der Beuteltiere. Das absolute Highlight war, als ich einmal alleine mit Ipod im Känguru-Park unterwegs war und per Zufall “Down Under” von “Men at Work” in mein Ohr schellte. Das gab mir gleich mal so viel Motivation, dass ich mich richtig bremsen musste um nicht mit Höchstgeschwindigkeit einige Kängurus umzulaufen.

Untergebracht waren wir alle zusammen (11 Nationalkader-Athleten, 2 Trainer, 1 Physiotherapeut) in einer Lodge. Platz war nicht viel und das Leben auf engstem Raum mit so vielen Menschen kann schon mal auf die Nerven gehen. Dennoch haben wir die drei Wochen sehr gut miteinander ausgehalten und die Zeit hat bestimmt zusammengeschweisst.

Nach zwei Wochen ging es für ein kurzes Wochenende 200km nach Norden nach Mooloolaba zum ersten Weltcup der Saison. Leider konnte ich da im Laufen noch nicht überzeugen und war noch nicht in Wettkampfverfassung. Trotzdem pustet so ein erster Wettkampf immer gut die Adern und Venen durch, so dass es bei zweiten Wettkampf dann schon immer viel einfacher geht, sich voll auszubelasten.

Alles in Allem waren die vier Wochen in Australien eine tolle neue Erfahrung. In der Region sah es in Richtung Küste alles sehr ähnlich aus, wie in Florida, was mich oft an viele tolle Trainingslager im Sunshine State noch als Schwimmer erinnerte. Wenn man ein wenig weiter ins Landesinnere fährt, gleicht die Landschaft eher dem Auenland aus Herr der Ringe. Auch das fand ich natürlich richtig toll.

Nach den vier Wochen in Down Under ging es gleich weiter nach Neuseeland, wo wir uns jetzt 9 Tage auf das erste Rennen der Weltmeisterschafts-Serie 2014 in Auckland vorbereiten. Die Landschaft hier ist auch atemberaubend und ich hatte hier wohl die landschaftlich schönste Radausfahrt meines Lebens über grüne Hügel und durch alte Wälder. Und das alles bei strahlendem Sonnenschein, was will man als Naturfreund mehr. Getreu nach dem Motto “Zu hause ist, wo du bist” fühle ich mich hier richtig wohl.

Also Vollgas für das WM-Rennen am Sonntag. Ein stabiles Rennen in den Top 20-30 wäre für mich Gold wert und würde mir regelmässige Starts in der Serie sichern. Also alle Daumen drücken, die ihr so findet!


2014-01-19

Trainingslager/Prüfungen

Training vs. Lernen auf Fuerteventura

Zum Anfang des Jahres ging es für mich zwei Wochen lang nach Fuerteventura.
Da Ende Januar und Anfang Februar für mich schwierige Prüfungen an der Uni anstehen, konnte ich nur sehr eingeschränkt trainieren. Mein Tagesrhythmus war simpel:
An jedem ersten Tag eine Trainingseinheit und acht Stunden Lernen. An jedem zweiten Tag zwei Trainingseinheiten und vier Stunden Lernen.
Dementsprechend waren meine Trainingsumfänge nicht hoch. 34 Stunden Training in zwei Wochen sind nicht viel. Da ich schon im Herbst gut trainiert habe, kann ich diesen Trainingsausfall aber gut verkraften. Dafür konnte ich mit knapp 70 Stunden Lernen eine gute Wissensgrundlage legen.
Vom 23. Januar bis 10. Februar stehen jetzt drei Prüfungen in “Mathematische Methoden der Physik”, “Festkörperphysik” und “Allgemeine Mechanik” an. Nach dem Lern-Lager fühle ich mich gut vorbereitet für diese Aufgaben.


2014-01-01

Saisonrückblick

Die Saison 2013 in Zahlen

Die Saison 2013 dauerte 57 Wochen von Anfang bis Ende

Hätte ich alle Trainingseinheiten am Stück gemacht, wäre ich nach 1 Monat und 2 Wochen fertig.

Auf 878 Tafeln Schokolade belief sich mein totaler Energieverbrauch in der Saison.

Ich fuhr 7644 km auf einem Satz Schwalbe Ultra Light Wettkampfreifen und hatte keinen einzigen Platten. Gute Arbeit Schwalbe!

Ich hatte 1 (unverschuldeten) Sturz mit 4 Stunden in der Notaufnahme.

Für 26 Flüge musste ich mein Fahrrad 20-mal auseinandernehmen, verpacken und 20-mal wieder aufbauen.

Ich wünsche allen ein frohes neues Jahr und dass ihr eure Ziele erreicht. Mein Vorsatz für das Jahr 2014 ist, mal richtig braun zu werden. ;-)


2013-12-15

Züricher Silvesterlauf

Erster Lauf der Saison

Als ersten Wettkampf der Saison nutzte ich den Züricher Silvesterlauf gleich vor meiner Haustüre. Wie jedes Jahr war er mit Hochkarätern der Schweizer und Afrikanischen Laufszene besetzt.
Zu Beginn schlug ich ein kontrolliertes Tempo an, um nicht über meinen Verhältnissen zu laufen. In jeder der sieben Laufrunden musste ein kurzer giftiger Anstieg bezwungen werden, der einem ganz schön die Kraft raubte. Leider konnte ich trotz meines anfänglich gemächlichem Tempo in der zweiten Rennhälfte nicht zulegen. Immerhin war der Kurs durch die Züricher Altstadt wunderschön und die Zuschauer sorgten für gute Stimmung.
Schliesslich kam ich nach 28:59min auf den neun Kilometern ins Ziel. Für den ersten Lauf der Saison bestimmt in Ordnung, aber es darf gerne noch schneller werden bis zum Sommer.


2013-12-08

Vereinswechsel

Wechsel zum Bromelain POS Team Saar

Schon länger gab es Gerüchte darüber, einige wahr, einige nicht. Nun möchte ich offiziell mitteilen, dass ich per sofort meinen Verein wechseln werde.

Vorweg möchte ich mich beim TuS Griesheim für zwei tolle Jahre bedanken. Besonderer Dank gebührt Gerald Reichart, der mir als erster das Vertrauen geschenkt hat und mich in die Triathlon Bundesliga geholt hat. Ich wünsche dem TuS alles Gute und hoffe, im nächsten Jahr einige Duelle auf Augenhöhe in der Bundesliga zu führen.

Ab sofort bin ich beim Bromelain POS Team Saar unter Vertrag und damit erstmals in der Saison 2014 für den Verein aus Saarbrücken in der deutschen Bundesliga am Start. Mit dem jungen, motivierten und homogenen Team aus regionalen und nationalen Athleten möchte ich gemeinsam in die Phalanx der besten zwei Teams eindringen.

Ich freue mich auf die neue Herausforderung und die Zusammenarbeit mit den “grünen” Jungs aus dem Saarland.


2013-12-01

Trainingslager Fuerteventura

Die ersten Trainingskilometer der Saison

Bereits nach zwei Wochen der neuen Saison ging es für drei Wochen ins erste Nationalmannschafts-Trainingslager nach Fuerteventura. Die klimatischen Bedingungen sind perfekt, um dem kühlen Nass Mitteleuropas zu entfliehen. So galt es, schon früh in der Saison eine gute Grundlage mit vielen Stunden Training zu legen.

Ich habe aus meinen Fehlern der letzten Trainingslager gelernt und es erst mal schön locker angehen lassen und meinen Körper an die höheren Umfänge gewöhnt. Das hat sich ausgezahlt und ich habe mich in der zweiten Hälfte ausgezeichnet gefühlt und konnte qualitativ hochwertig alles so durchziehen, wie es geplant war.

Die Mannschaft war durch ein paar Nicht-Kadermitglieder gespickt, so dass wir wieder eine gute kleine Gruppe waren. Es hat sehr viel Spass gemacht, in lockerer Atmosphäre und mit einem tollen Teamgeist das Training zu gestalten.

Auch für mein Studium konnte ich einiges tun und den verpassten Lernstoff in Grenzen halten. Ich kann guten Mutes sein, auch nach dem Trainingslager wieder in das Semester reinfinden zu können.

Zurück in Zürich traf mich erst einmal der Temperaturschock. Kondensierenden Atem und Schnee war ich dann doch nicht gewohnt. Fast hätte ich mich auch direkt auf der glatten Strasse flachgelegt. Es ist aber alles gut gegangen und ich freue mich auch auf ein paar Läufe im verschneiten Wald.

Jetzt darf ich mich kurz erholen vom Trainingslager bevor dann wieder grosse Taten folgen.


2013-11-05

Neue Homepage

Ich freue mich, euch meine neue Website vorstellen zu dürfen. Die letzten vier Monate habe ich einen Grossteil meiner ohnehin fast nicht vorhandenen Freizeit damit verbracht, mir die Grundkenntnisse des Webdesigns in diversen Online-Tutorials anzueignen. Bisher beherrsche ich grundsätzlich die Auszeichnung in HTML und CSS sowie die Programmierung von dynamischen Elementen mit PHP und SQL. Auf diesen Kenntnissen entstand diese Website. Wie ihr seht, fehlen an vielen Stellen noch Inhalte oder Programmelemente. Diese versuche ich, im Laufe der Zeit zuzufügen. Unter anderem steht auf meinem Plan zur Erstellung dieser Webseite auch noch das Erlernen der Skriptsprache JAVA, um mindestens eine Bildergallerie zu implementieren.

Trotz noch vorhandener Fehler und Fehlstellen wünsche ich euch viel Spass auf meiner eigen erstellten offiziellen Webseite.

Für Mithilfe bei der Erstellung und dem Perfektionieren dieser Website wäre ich sehr dankbar. Sei es durch einen Hinweis auf Grammatik- oder Rechtschreibfehler, konzeptuelle oder Programmfehler, oder durch die Implementierung einer ganzen Sektion.